Kreis Düren - Autobranche ist trotz Umbruch zuversichtlich

Autobranche ist trotz Umbruch zuversichtlich

Von: DIETMAR ENGELS
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Im Informationszelt der Handwerkskammer war wieder die „lebende Werkstatt“ des Trainingscenters für Kraftfahrzeugtechnik vertreten. Azubis arbeiteten hier an Motoren und beantworteten bereitwillig Fragen. Foto: de

Kreis Düren. Zurzeit läuft es nicht besonders gut in der Automobilbranche. Die Zulassungszahlen gehen zurück und die alt eingesessenen Betriebe haben zunehmend mit der Konkurrenz im Internet zu kämpfen. Die Zurückhaltung der Kunden wird aber auch darauf zurückgeführt, dass der tiefgreifende Umbruch bei der Antriebstechnik keine klare Tendenz erkennen lässt. Die Reden zur Eröffnung der Autoschau der Kraftfahrzeug-Innung Düren-Jülich auf dem Annakirmesplatz strahlten dennoch einen gewissen Optimismus aus.

Bedeutender Wirtschaftsfaktor

Rolf Ferebauer, Obermeister der Innung, stellte die große Bedeutung des Kfz-Gewerbes im Kreis Düren heraus. Mit rund 200 Betrieben und 2000 Beschäftigten, derzeit 180 Auszubildenden im technischen und weiteren 60 im kaufmännischen Bereich sei die Branche ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. „Es wird derzeit viel gejammert und die Situation ist wahrlich nicht berauschend. Das liegt auch daran, dass niemand so recht weiß, wo in Sachen Antriebstechnik die Reise hingeht: Elektro- oder Hybridantrieb? Wasserstoff? Brennstoffzellen?

Es wäre gut, wenn die Politik mit wegweisenden Entscheidungen und Fördermaßnahmen für etwas Klarheit sorgen würde.“ Letztlich sei es aber Sache der Kunden, den weiteren Weg zu bestimmen. Einige politische Entwicklungen in der jüngsten Zeit nannte Ferebauer „wenig absatzfördernd“ – so etwa die ständigen Verschärfungen bei den Abgasnormen und die Diskussion über die mögliche Einführung der generellen Autobahnmaut. „Die Sache mit dem E10-Kraftstoff ist total nach hinten los gegangen“, fügte Ferebauer an.

Ein weiteres Problem für die Branche sei der Mangel an geeigneten Kandidaten für die Ausbildungsplätze. „Wenn wir uns gewisse Aspiranten ansehen, dann fragen wir uns manchmal: Was wird in neun, zehn oder gar 13 Jahren in den Schulen eigentlich gemacht?“ Der Obermeister: „Trotz alledem stecken wir die Köpfe nicht in den Sand. Die Autobranche hat diverse Krisen und gravierende Probleme gemeistert und ist immer wieder gestärkt daraus hervorgegangen. Das wird jetzt nichts anders sein, es sei denn, man schmeißt uns noch mehr Knüppel zwischen die Beine.“

Begrüßt wurden die Gäste im Informationszelt auch von Professor Dr. Herbert Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse als Hauptsponsor der Autoschau, dem stellvertretenden Obermeister und Ausstellungsorganisator Hans-Jörg Herten, dem Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen, Peter Deckers, und Dürens Bürgermeister Paul Larue.

Thomas Rachel (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung und Wahlkreisabgeordneter, betonte, dass die Bundesregierung die technische Entwicklung auf dem Kraftzeugsektor nach Kräften fördere. So seien alleine für Forschungen auf dem Gebiet der Antriebe und der Akku-Technik 500 Millionen Euro bereitgestellt worden.

Alle Redner würdigten die Arbeit des in Düren ansässigen Trainingszentrums für Kraftfahrzeugtechnik, das auf der Autoschau wieder mit einer „lebenden Werkstatt“ vertreten war. Auszubildende erklärten Interessierten dort zum Beispiel moderne Motoren. Ein viel bestauntes Anschauungsobjekt war ein neu entwickeltes Antriebsaggregat, das in Hybridtechnik sowohl mit Kraftstoff als auch elektrisch arbeitet.

Über 700 Fahrzeuge waren auf dem Annakirmesplatz ausgestellt, so dass sich die Besucher ein gutes Bild vom derzeitigen Angebot auf dem Automarkt machen konnten. Viele nutzten die Möglichkeit, Probe zu sitzen und Einzelheiten zum jeweiligen Fahrzeug zu erfahren. Vereinzelt wurden auch Probefahrten angeboten.

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