Autobahn-Verleger treten aufs Gaspedal

Von: Jörg Abels
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Wenn die neue Trasse der A4 im Jahr 2014 fertiggestellt ist, wird die alte bei Ellen (Bild) „entsiegelt” und in einen Grünzug umgewandelt. Im Jahr 2020 sollen nach einer Prognose täglich bis zu 90.000 Fahrzeuge zwischen Düren und Kerpen unterwegs sein. Foto: Abels

Ellen/Merzenich. Wer dieser Tage auf der Tagebaurandstraße bei Merzenich unterwegs ist, kann bereits erahnen, wo künftig die A4 verlaufen wird. Seit dem ersten Spatenstich im vergangenen September ist östlich der L264, unweit des Entsorgungsbetriebs Pütz, eine neue Brücke in die Erde „gemeißelt” worden.

Sie ist Teil der neuen A4-Anschlussstelle Merzenich und wird die Autofahrer ab 2014 über die Autobahn führen. Dass noch ein wenig Fantasie vonnöten ist, um den genauen Streckenverlauf zu erkennen, liegt daran, dass die Brücke noch von Erdreich umgeben ist. Der Aushub für die Autobahntrasse, die einige Meter unter dem bisherigen Geländeniveau verlaufen wird, kann erst beginnen, wenn die Archäologen die künftige Trasse genauestens auf Spuren der Vergangenheit hin untersucht haben.

Die Brücke an der L264 ist das bislang sichtbarste Zeichen im Rahmen der tagebaubedingten Verlegung der A4, die im Rahmen des 153-Millionen-Euro-Projekts gleichzeitig zwischen Düren und Kerpen sechsspurig ausgebaut wird.

Die erst Mitte Mai vom Bundesverwaltungsgericht abgewiesenen Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss haben die Arbeiten teilweise ein wenig Stocken lassen. Das heißt aber nicht, dass Projektleiter Werner Engels und sein Team vom Landesbetrieb Straßenbau untätig waren.

Es wurden bereits Aufträge in Höhe von rund sieben Millionen Euro vergeben, unter anderem für den Bau einer weiteren von Brücken für den Wirtschaftsweg Merzenicher Heide, mit dem im Februar begonnen wurde.

„Und auch die Rodungsarbeiten im Merzenicher Erbwald sind bereits erfolgt”, erklärt Engels nicht ohne auf die parallel begonnene Wiederaufforstung hinzuweisen. „Allein im letzten Winter haben wir bereits mehr als 50 Prozent der ökologischen Ausgleichsflächen angelegt”, erklärt sein Kollege Roland Schmidt, der die Verlegung geplant hat.

Lediglich auf den vorgesehenen Ausgleichsflächen an der L264 bei Ellen hält sich der Landesbetrieb noch zurück, um in der Diskussion um eine Verlegung der Tagebaurandstraße nicht mit Aufforstungsmaßnahmen vorzeitig Fakten zu schaffen. „Aber auch hier werden wir im kommenden, spätestens aber im Winter 2010/2011 tätig”, erklärt Schmidt. Dann soll der ökologische Ausgleich und der Bau der Schutzwälle entlang der A4n bereits abgeschlossen sein, damit Bäume und Sträucher bei Inbetriebnahme der neuen Autobahn schon einen wirksamen Schutz bieten können.

Für Fragen rund um die A4-Verlegung bietet der Landesbeitrieb dienstags, 16 bis 17 Uhr, im Baubüro, Alte Ziegelei 37-45, eine Sprechstunde an, Tel.: 02275 - 91 53 90.
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