Düren - Auszubildende gehen auf die Straße

Auszubildende gehen auf die Straße

Von: Fred Schröder
Letzte Aktualisierung:

Düren. Ausbildung ist die beste Versicherung für eine gute Zukunft. So heißt es allenthalben. Viele junge Leute können da allerdings ein anderes Lied singen.

Obwohl die Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen wurde, werden sie nicht vom Ausbildungsbetrieb übernommen. Der Weg zur Arbeitsagentur oder das Abtauchen in Leih- oder Hilfsarbeit sind die Folgen.

Wozu dann Ausbildung? Diese Frage ist berechtigt. Die IG Metall-Jugend will jetzt diesen Teufelskreis durchbrechen. „Operation Übernahme” heißt die bundesweite Aktion, die am Freitag auch in der Dürener Innenstadt auf die Lage dieser jungen Leute hinweisen soll.

Die Zahl derer, die nach der Ausbildung nicht übernommen werden, variiert sehr. „Bis zu 50 Prozent”, schätzt Volker Kohlisch von der IG Metall in Düren. Die 15- bis 25-jährigen Arbeitslosen werden von der Arbeitsagentur mit 12,9 Prozent angegeben.

„Da gibt es aber noch eine große Dunkelziffer, denn viele junge Leute tauchen in die Leih- oder Hilfsarbeit ab, gehen zur Bundeswehr oder machen Zivildienst, um überhaupt etwas zu haben”, weiß Gewerkschafter Jürgen Müller, der im Ehrenamt die Jugend der IG Metall in Düren betreut.

Denn vom Arbeitslosengeld (60 Prozent der letzten Ausbildungsvergütung) lässt sich nicht leben. Kehrseite: Die Berufserfahrung geht bei diesen Jobs weitgehend verloren.

„Das ist ein Skandal. Da ist es dann mit Perspektive und Motivation der jungen Leute schnell vorbei”, urteilen Kohlisch und Müller. Daniel Schiele, Auszubildender als Industriemechaniker bei Tedrive, will auf Hilfe von außen nicht warten. Deshalb hat er die Werbetrommel gerührt.

„Rund 250 Anmeldungen haben wir schon; kommen kann jeder, der das Problem erkennt”, freut er sich auf die Veranstaltung, zu der auch Arbeitgeber und Personalchefs aus dem IG-Metall-Bereich eingeladen wurden. Die Teilnehmer treffen sich um 18 Uhr am DGB-Haus in der Kämergasse.

Im Fackelzug geht es um 19 Uhr vors Rathaus. Dort wird ein wortloses Theaterspiel die Thematik aufgreifen. Den Abschluss bildet ein Lichterbild: „Düren gehört uns”, wollen die jungen Leute schreiben.
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