Ausstellung würdigt die Frau an der Seite des Tenors Rudolf Schock

Von: Bruno Elberfeld
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Gemeinsam eröffneten Bernd Heidbüchel, Fred Oepen, Dagmar Müller-Schock, ihre Tochter Susan Müller, Liesel Koschorreck und Dr. Horst Wallraff (v.l.) die Gedächtnisausstellung „Die Tänzerin und ihr Tenor“. Foto: bel

Gürzenich. Schon vor der Eröffnung der Ausstellung herrschte in der Galerie Bernd Heidbüchel ein aufgeregt-neugieriges Treiben. Männer und Frauen standen an den Wänden und betrachteten in angeregtem Dialog mit den Nachbarn die Fotos, die einen kleinen Einblick in das Leben der Tänzerin Gisela Schock und ihres Mannes, des Tenors Rudolf Schock, gewähren.

Dr. Horst Wallraff, Mitarbeiter im Stadt- und Kreisarchiv Düren, hatte die Aufgabe übernommen, das Leben Gisela Schocks, die genau zur Vernissage hundert Jahre geworden wäre, an der Seite des berühmten Tenors Rudolf Schock zu skizzieren.

Wallraff splittete seine Ausführungen in vier Bereiche. Er listete die Lebensdaten Gisela Schocks auf, malte ihre Rolle als Ehefrau von Rudolf Schock, versuchte Gisela Schock in ihrem Menschsein zu charakterisieren und verwies auf den Nachlass der Familie Schock, der dem Archiv von Stadt und Kreis Düren überantwortet worden ist.

Gisela Schock, eine geborene Behrends, wurde am 26. Juni 1917 geboren. Am Landestheater Braunschweig gab es 1937 die erste Begegnung von Gisela Behrends und Rudolf Schock. Der Prozess des Verliebens, nachzulesen in vielen Liebesbriefen, führte im September 1940 zu einer so genannten Kriegsheirat.

Wie innig das Verhältnis des Paares war, zeigen berührende Zeilen aus den Memoiren des Sängers: „Ich suchte die Hand meiner Frau, mit der ich so viele Jahre des Glücks, aber auch des Leids geteilt habe. Gisela erwiderte den Druck meiner Hand.“

Die Ehe dauerte bis zum Tod Rudolf Schocks 1986. Rudolf Schock – und das bestätigte die Tochter des Paares Dagmar Müller-Schock während der Vernissage – hätte ohne die kreative Beziehung zu seiner Frau nicht eine solche Weltkarriere machen können. Gisela Schock starb am 28. September 2011 im Hause ihrer Tochter am Starnberger See. „Es ist etwas Schönes“, verriet Dagmar Müller-Schock, „dass sich meine Mutter, als sie hilfsbedürftig wurde, in meine Hände gegeben hat.“ Die Tochter beschrieb das Leben ihrer Eltern als ein rundum schönes und reiches.

Überall – und viele Freundinnen und Freunde aus Düren bestätigten das während der Vernissage – wurde und wird Gisela Schock als eine überaus lebenstüchtige Frau bezeichnet. Im Jahr 2015 übergab Dagmar Müller-Schock den Nachlass an das Archiv in Düren. „Düren hat so teil“, stellte Laudator Wallraff fest. „am Ruhm von Gisela und Rudolf Schock.“ Eine großherzige Hommage an die Dürener, die mit Gisela und Rudolf Schock jahrelang Tür an Tür gelebt hatten.

Etwa 200 Fotos erzählen in der Galerie Bernd Heidbüchel aus dem Leben des berühmten Paares, das lange in Gürzenich gewohnt hatte. „Mit der Ausstellung wollen wir den Freunden und Bekannten der Familie Schock ein Erinnerungsgeschenk machen“, beschrieb Dagmar Müller-Schock die Intention für die Ausstellung. Gäste aus Österreich, den Niederlanden und Belgien waren zu dem Event anlässlich angereist.

Grußworte sprachen Fred Oepen, ein Freund der Familie, der die Fotos zusammengestellt hatte, und Liesel Koschorreck (SPD), die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Düren.

Zu sehen sind die Fotos und Dokumente in der Galerie Heidbüchel bis zum 20 Juli 2017. Die Öffnungszeiten sind werktags von 10 bis 13 und von 15 bis 18 Uhr.

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