Ausstellung über Wildkatzen im Dürener Bürgerbüro

Von: gkli
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Die Wildkatze benötigt für ihr Überleben weitläufige, miteinander verbundene Lebensräume. Foto: imago/blickwinkel
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Die Ausstellung „Rettungsnetz europäische Wildkatze“ wird derzeit im Dürener Bürgerbüro gezeigt. Walter Jordans, Rolf Neumann, Andreas Binanzer, Doris Siehoff (v. li., Mitglieder BUND) und Paul Larue waren bei der Eröffnung vor Ort. Foto: gkli

Düren. Vielleicht ist die Wildkatze so faszinierend, weil sie kaum jemand zu Gesicht bekommt. Zurückgezogen lebt dieser hübsche Vierbeiner in den Wäldern in Mittel-, Süd- und Westdeutschland. Am Montagnachmittag wurde im Bürgerbüro der Stadt Düren, Markt 2, eine Ausstellung eröffnet, die sich mit der europäischen Wildkatze (Felis Silvestris Silvestris) beschäftigt.

Veranstalter ist die BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) Kreisgruppe Düren und die Stadt. Bürgermeister Paul Larue begrüßte die Anwesenden und hob in seiner Ansprache hervor, wie wichtig der Biotopverbund für das Überleben der pelzigen Samtpfote ist.

Paul Larue sagte: „Die Wildkatze benötigt für ihr Überleben weitläufige, miteinander verbundene Lebensräume.“ So braucht ein Kater weit mehr als 2000 Hektar und Katzen circa 500 Hektar Waldgebiet, um sich wohlzufühlen. Inzwischen zählen die Tiere zu den besonders geschützten Arten, es besteht absolutes Fang- und Tötungsverbot.

Rolf Neumann, Wildkatzenbeauftragter der BUND Kreisgruppe Düren, berichtete, dass laut einer Hochrechnung in der gesamten Eifel etwa 1000 Tiere leben, davon in der Nordeifel circa 250 Exemplare. Im Kreis Dürren könnten es 50 bis 60 sein. Festgestellt werden die Zahlen anhand von Baldrian-Lockstöcken. Daran reiben sich die scheuen Tiere und hinterlassen dabei Haare, die genetisch ausgewertet werden. Wie er weiter zu berichten weiß, ist die häufigste Todesursache der Tod im Straßenverkehr. Daher werden immer wieder Querungshilfen wie Grünbrücken oder Wildtunnel errichtet, die beispielsweise zwei Waldgebiete miteinander verbinden. Die Lebensdauer liegt im Normalfall bei sieben bis acht Jahren.

Spender für Präparat gesucht

Die Ausstellung zeigt auf Schautafeln die einzelnen Themengebiete rund um Felis Silvestris Silvestris auf. Die grünen Korridore im Land werden auf einer Karte dargestellt und die damit verbundenen Wanderwege der Katze. Zudem gibt es einen Steckbrief des Tieres und die Erklärung, wie sie in ihrem Umfeld vom Menschen unterstützt werden kann.

Zur Vernissage brachte Rolf Neumann eine ausgestopfte Wildkatze mit, die vor 100 Jahren lebendig war und normalerweise in Heimbach in den Räumen der Rureifel Tourismus aufbewahrt wird. Als Wunsch äußerten die Mitglieder der Ortsgruppe, dass Spender gefunden würden, die 500 Euro für ein weiteres Präparat zu Schauzwecken in Schulen und Kindergärten bereitstellen würden. Durch Zufall fand eine Wildkatzenbeobachterin ein überfahrenes Tier in der Nähe von Schmidt. Die Wander-Ausstellung, die den Titel „Rettungsnetz europäische Wildkatze“ trägt, ist noch bis Samstag, 24. Januar im Bürgerbüro zu sehen.

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