Ausstellung: Schüler geben der Armut ein Gesicht

Von: he
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Schüler des Nelly-Pütz-Kollegs geben der Armut in Düren ein Gesicht. Die Ergebnisse ihrer Recherchen sind jetzt im Haus der Evangelischen Gemeinde zu sehen - in Wort und Bild. Foto: Hecker

Düren. „Nicht jede Arbeit schützt vor Armut” steht in großen Lettern über einem Text, der sich auf ein Foto bezieht, aufgenommen in Dürens Norden. Es ist eines der Exponate von Schülerinnen und Schülern des Nelly-Pütz-Kollegs im Rahmen der Ausstellung „Gesichter der Armut” im Haus der Evangelischen Gemeinde zu Düren.

Lehrerin Hildegard Malich-Frohnhoff hatte sich mit ihren elf angehenden „Gestaltungstechnischen Assistenten” kurzfristig bereiterklärt, der von der Bremischen Evangelischen Kirche ins Leben gerufenen Aktion den lokalen Anstrich zu geben. Aufgeteilt in drei Gruppen erarbeiteten sie ein Konzept, kontaktierten den Fachverband der Caritas, In Via, und hielten mit dem Fotoapparat ihre Eindrücke fest.

Was bei ihren Recherchen herauskam, wurde von den Schülern in Wort und Bild festgehalten: die Rückansicht einer Wohnanlage in einem sozialen Brennpunkt; die Ausgabe eines warmen Essens bei der Dürener Tafel gegen Gutschein an Bedürftige, bestehend aus einem Hähnchenschenk und zwei Scheiben trockenem Brot; ein Zimmer in einem Obdachlosenheim, im Bild von links nach rechts ein Waschbecken, ein Plastikstuhl, eine Toilette.

Bei der Eröffnung der Ausstellung wurden einführende Worte von Bürgermeister Paul Larue und Klaus Pentzlin von der Regionalen Armutskonferenz gesprochen. „Armut, das sind keine Zahlen, sondern Menschen”, resümierte auch Pfarrer Dr. Dirk Siedler, Vorsitzender des Presbyteriums. Und DGB-Gewerkschaftssekretär Karl Panitz schloss den Kreis mit deprimierenden Zahlen zum Thema „Arm trotz Arbeit”.

Schlagworte wie Arbeitsplatzverlust und Minijobs wurden von den Rednern analysiert. Die neuesten Diskussionen um Hartz IV, die der Ausstellung noch mehr Aktualität verliehen, kamen ebenso zur Sprache wie Guido Westerwelles umstrittene Aussage zur „spätrömischen Dekadenz”. Zum Schluss gab es für die Besucher eine warme Suppe - ganz ohne Vorlage eines Gutscheins. Die Ausstellung ist noch bis zum 3. März im Haus der Evangelischen Gemeinde, Wilhelm-Wester-Weg, zu sehen.
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