Nideggen - Ausstellung: Reine Farben und Formwelten

Ausstellung: Reine Farben und Formwelten

Von: Bruno Elberfeld
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Muna Götze (links), Laudator Dr. Dirk Tölke und Marlies Rube eröffneten die Ausstellung im Atelier Götze in Nideggen. Foto: Elberfeld

Nideggen. „Die Chemie zwischen Marlies Rube und mir stimmte von Anfang an“, erklärte Muna Götze bei der Eröffnung der Gemeinschaftsausstellung in ihrem Atelierhaus an der Zülpicher Straße in Nideggen. Es ist Götzes erste Vernissage an der Zülpicher Straße.

Die vorangegangenen Ausstellungen hatte sie alle in ihrem Privathaus aufgebaut. Laudator Dr. Dirk Tölke rückte in seinen Ausführungen die Gemeinsamkeiten der beiden Künstlerinnen in den Mittelpunkt: Auffällig seien bei beiden die lebensfrohen Farben.

Rube aus Essen und Götze aus Nideggen malen abstrakt und haben sich in die Riege der informellen Maler eingereiht. Diese, führte Tölke aus, werde von zwei Elementen geprägt: reine Farben und Formwelten. Einer der berühmten Protagonisten für diese Art des Malens war Wassily Kandinsky.

Formen und Farben

Der Malprozess bei beiden Ausstellerinnen verläuft in bestimmten Bahnen. Gedanken und Gefühle führen zunächst ein Innenleben. Formen und Farben nehmen aber schon Gestalt an. Der Maler kann nicht anders: Er muss dieses innere Bild mit Pinsel und Farbe auf Leinwand, Papier oder andere Untergründe exportieren.

Auf ihrem Lebensweg habe Götze bestimmte Farben und Formen gesammelt, erklärte Tölke. Bei ihrer Kindheit in Gaza und der Reise über Österreich nach Deutschland habe die Malerin viele Menschen getroffen, habe Landschaften und Architekturen verinnerlicht. Sie finde in sich immer wieder lebhafte Farben, die nach draußen dringen. Und das alles vollzieht sich nicht statisch, sondern dynamisch.

Orientalisches scheint durch; Gemälde wie abgeblätterte Fresken erinnern an Gebäude arabischer Architekten in Südspanien und Nordafrika. Die Künstlerin lässt dem Drang zu Schaffen freien Lauf. „Muna Götzes Gemälde entwickeln sich beim Tun“, erklärte Tölke, „dabei gibt sie dem freien Spiel der Kräfte soweit nach, bis ihre Werke zur internationalen Bildsprache werden.“ Ganz neu bei Götze sind ihre Skulpturen: Köpfe, die verschiedene menschliche Charakterzüge symbolisieren.

Akademische Ausbildung

Rube hat eine akademische Ausbildung zur Malerin genossen. Zuerst kam das Zeichnen und die Skizze, bevor sie mit Leinwand und Farbe arbeiten durfte. Rubes zentrales Anliegen ist das Licht, besonders das, welches sie in Südeuropa und Afrika einfangen konnte.

Sie liebt weiche Übergänge und malt deshalb gerne mit Aquarellfarbe und Gouache. Acryl benutzt sie, wenn ein Bild härtere Kanten fordert. In vielen ihrer abstrakten Landschaften kann der Betrachter Gegenstände ausmachen. Mit besonderer Sorgfalt hat sie ihr Urlaubsdorf in Österreich gemalt.

Und immer wieder kommt sie auf Afrika zurück, einem Kontinent mit sich veränderndem Licht. „In Afrika wechseln die Farben so schnell“, erzählt sie, „dass man mit dem Malen nicht hinterherkommt.“ Die Natur ist für die Künstlerin das Hauptanliegen.

Auf einigen Bildern thematisiert sie aber auch soziale Probleme und widmet sich der weltweiten Vertreibung von Menschen durch Krieg und Hunger aus ihrer Heimat. „Was tun mit ihnen?“, fragt sich Rube. Ihre Antwort lautet: „Man muss ihnen eine Chance geben.“

Die Ausstellung ist noch bis zum 16. Juli täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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