Ausstellung im Stadtmuseum: „Was bleibt von Preußen in Düren?“

Von: sj
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Leo Neustraßen hat sich auf Spurensuche begeben und die Geschichte der Gendarmerie in Düren für das Stadtmuseum aufbereitet. Foto: Johnen

Düren. Dass ein protestantischer Unteroffizier aus Ostpreußen ein Dürener Original werden konnte, ist sicherlich auch der integrierenden Kraft der Rheinländer zu verdanken. Der Polizeisergeant Wilhelm Ernst Wölk jedenfalls hat es geschafft, als „Schutzmann Wölk“ unsterblich zu werden.

Der Schutzmann ist keine Legende, es gab ihn wirklich. „Wölk wurde am 14. Januar 1849 in Ostpreußen geboren und trat 1868 ins Militär ein, nahm 1870/71 am Frankreich-Feldzug teil und wurde 1874 zum Sergeanten befördert“, weiß Leo Neustraßen vom Stadtmuseum Düren. Damit hatte er die Mindestanforderungen erfüllt, um in den Polizeidienst zu treten. 1881 nahm der Schutzmann Wölk in Düren seinen Dienst auf.

Im Vorfeld der neuen Ausstellung „Was bleibt von Preußen in Düren?“, die immer sonntags von 11 bis 17 Uhr im Stadtmuseum an der Arnoldsweilerstraße 44 zu sehen ist, hat sich der pensionierte Polizist Leo Neustraßen mit der Geschichte der preußischen Landgendarmerie in Düren beschäftigt. Während seiner Recherchen stieß er im Stadt- und Kreisarchiv auch auf die Dienstakte Wölks.

„Der Mann war ein Prototyp des damaligen Polizisten“, findet Neustraßen. Nachdem das Rheinland 1815 Preußen zugeschlagen wurde, bauten die neuen Machthaber auf der Grundlage des alten französischen Systems eine neue Polizeitruppe auf. In Frage kamen nur kaisertreue Protestanten mit Militärerfahrung, die die dubiosen, katholischen Rheinländer im Auge halten konnten, berichtet Neustraßen.

Am Sonntag geöffnet

Polizeisergeant Wölk hatte offenbar besonders gerne Dürener im Blick, die sich in Gaststätten aufhielten und war einem erfrischenden, alkoholischen Kaltgetränk nicht abgeneigt. „Die Polizei hat bei manchen Dingen einen Ermessensspielraum“, weiß Leo Neustraßen aus eigener Erfahrung. Und Schutzmann Wölk war offenbar gewillt, diesen Spielraum auch im Sinne der Bürger weitestgehend auszuschöpfen. Mehr erfahren Besucher im Stadtmuseum. Der Eintritt ist frei.

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