Simonskall - Ausstellung im Junkerhaus: Alles Schöne trägt einen Wert in sich

Ausstellung im Junkerhaus: Alles Schöne trägt einen Wert in sich

Von: Bruno Elberfeld
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Franz Tiedtke, Professor Gertrude Cepl-Kaufmann, Professor Johannes Wickert, Rita Huber-Süß, Angela Junk-Eichhorn und Giordano Pagano (v.l.) eröffneten die Ausstellung „Paradieso“ im Junkerhaus. Foto: bel

Simonskall. „Schräges in Simonskall, diesem idyllischen Eifelort zu singen, das ist ein Risiko“, stellte Sängerin, Gesangs- und Bewegungslehrerin Rita Huber-Süß aus Karlsruhe am Ende einer aufregenden Vernissage im Junkerhaus in Simonskall fest.

Wie wahr! So ähnlich werden einige Zeitgenossen in den Ausstellungsräumen im Junkerhaus ebenfalls gedacht haben. Äußerungen waren aber nicht zu hören, musste das Ganze doch erst einmal verarbeitet werden.

Der Abstand muss stimmen

Was war geschehen? Rita Huber-Süß hatte das Wagnis unternommen, den Gemälden der Malerin Angela Junk-Eichhorn, ebenfalls aus Karlsruhe, ihre Stimme und somit einen Klang zu geben. Mit ihrem A-cappella-Gesang unterstrich die Sängerin eine Aussage der Malerin, die im Dialog mit Professor Dr. Johannes Wickert erklärte, Klang spiele bei ihr eine sehr große Rolle.

In ihren Gemälden strebe sie immer den Wohlklang an, offenbarte Junk-Eichhorn ihre Motivation, und das beinhalte immer – wie auch in der Kommunikation mit den Menschen – den richtigen Abstand einzuhalten: nicht zu nah, nicht zu fern. In den abstrakten Gemälden in Acryl und Mischtechnik an den Wänden des Junkerhauses erkennt der Betrachter Dinge, Lebewesen und Wesenheiten, die er nicht immer einordnen kann.

Zuerst verwirrend

Ihre Erkenntnisse angesichts der Bilder hat Rita Huber-Süß in ihre menschliche Stimme transformiert. Da wird aus der klaren Stimme der Nachtigall das Fauchen eines Pfaus. Auch anderen Tieren leiht die Sängerin ihre Stimmwerkzeuge, zunächst verwirrend, dann jedoch überzeugend.

Anstelle einer Laudatio trat die Malerin Angela Junk-Eichhorn mit dem Malerkollegen Professor Dr. Johannes Wickert in einen Dialog. In dem Gespräch ging es, gestützt auf philosophisches Hinterfragen um Schönheit, Farbe und Angela Junk-Eichhorn als Malerin.

Gutes tut den Menschen gut

Der Wunsch „Ich möchte Schönes malen“ stand bei Junk-Eichhorn ganz vorne auf ihrem Wunschzettel, denn Schönes sei gut. Und was gut ist, so die logische Folgerung, tue dem Menschen ebenfalls gut.

Schönheit bedeutet für beide Künstler das, was einen „Wert in sich trägt, das eigentliche Sein“. Johannes Wickert empfahl im Gespräch die Bilder seiner Kollegin als Meditationsgrundlage, denn sie zeigten eine höhere Wirklichkeit, voll vom Malergeist der Künstlerin.

Den Gedanken Wickerts stimmte Angela Junk-Eichhorn mit den Worten zu: „Durch mein Malen möchte ich den Menschen anbieten, dass es noch etwas anderes als die Alltagsrealität gibt!“

Begrüßt wurden die Gäste im Junkerhaus von Geschäftsführer Franz Tiedtke, vom stellvertretenden Vorsitzenden des Kulturvereins HöhenArt Giordano Pagano, und einem Mitglied des Beirats von „HöhenArt“, Professor Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann.

Zu sehen sind die Werke in Simonskall bis zum 25. August, sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr, mittwochs und samstags von 14 bis 17 Uhr.

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