Ausstellung: Filigrane Blumenmotive und bildgewaltige Orte

Von: avl
Letzte Aktualisierung:
6402736.jpg
Heimbachs erste stellvertretende Bürgermeisterin Evelyn Fleuth (l.) begrüßte den Künstler Ortwin Zeidler und Agi Saller-Franke, die den süddeutschen Maler nach Heimbach holte. Foto: Bert van Londen

Heimbach. Mit einer meisterlichen Mischung aus impulsiven wie erfrischend emotionalen Strichen und architektonisch anmutender Akribie besticht die Ausstellung „Städte, Landschaften, Blumen – Aquarelle von Ortwin Zeidler“ im Heimbacher Haus des Gastes.

Die Bildwerke des in Laudenbach an der Bergstraße lebenden Künstlers erinnern in Atmosphäre und Sprache gelegentlich an Bilder eines William Turner und doch beschreibt diese Katalogisierung nur einen von vielen Aspekten. Die Ausstellung spannt einen spannenden Bogen von Städte- und Landschaftsansichten bis hin zu zarten und gleichsam kraftvollen Blumenmotiven.

Das, was sich dem Ausstellungsbesucher bei den Blumenmotiven mit einer unglaublichen Leichtigkeit eröffnet, ist für den Künstler ein schweres Stück Arbeit. „Blumen zu malen, ist das Schwerste.“ „Das Malen ist meine Leidenschaft von Kindheit an“, erklärt Ortwin Zeidler.

„Ursprünglich wollte ich Kunst studieren, wurde aber – wie viele andere – abgelehnt. So entschied ich mich damals für ein Studium der Biologie.“ Seine hauptberuflichen Tätigkeiten fand der Diplom-Biologe als Organisationsprogrammierer.

Doch ohne die Malerei fehlte ihm das wichtigste: seine Lebensmitte. Die war und ist der Malerei geschuldet. Der Besuch eines Malkurses vor einigen Jahren brachte dann die Kehrtwende. „Malerei ist meine eigentliche Berufung“, sagt Zeidler und verfolgt sie seither kompromisslos.

Hang zur Harmonie

In seinen Bildern zeigt er mehr als nur Stadt- oder Landschaftsansichten. Seine Freude an der Schöpfung scheint oberflächlich immer präsent, jedoch nicht ohne sie in Kontext zum Menschen setzen.

So gelingt Zeidler das Kunststück, ursprüngliche Natur durch Einbeziehung menschlichen Gestaltungswillen in Form von Industrieanlagen, Gebäudekomplexen, Häfen und Bahnhöfen als Gesamtbild zu erhöhen.

Seine Bilder führen den Betrachter an bildgewaltige Orte im In- und Ausland: Nach Amsterdam, München, Hamburg, Bamberg, Basel, Venedig, Toskana, Santorin, Pfalz und Weinstraße, dem italienischen Lucca, Köln oder Heimbach. Sein Hang zu Harmonie und Idylle ist erste Voraussetzung, um Menschen für seine Kunst zu begeistern.

Seine Leidenschaft für Industriearchitektur, die dem Betrachter der Heimbacher Ausstellung mit Bildern von Hamburgs Speicherstadt oder dem Frankfurter Hauptbahnhof mit seinen vielen Oberleitungen beispielhaft vor Augen geführt wird, komplettiert sein künstlerisches Schaffen und verrät, dass die Initiatoren in Heimbach ein ausgezeichnetes Händchen bei der Auswahl des Künstlers bewiesen.

Die Ausstellung im Haus des Gastes ist noch bis Sonntag, 3. November, zu sehen – bis zum 30. Oktober täglich von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr, ab 1. November täglich von 14 bis 17Uhr.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert