Düren - Ausstellung des Europavereins GPB

Ausstellung des Europavereins GPB

Von: Ines Kubat
Letzte Aktualisierung:
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Annelene Adolphs und Peter Schöner vom Europaverein GPB haben die Ausstellung zur Geschichte des vergangenen Jahrhunderts nach Düren geholt. Foto: Ines Kubat

Düren. „Wir wollen ein europäisches Deutschland und kein deutsches Europa“, zitierte Annelene Adolphs bei der Einführung in die Ausstellung „Jahrhundert der Extreme. Diktatur und Demokratie im 20. Jahrhundert“ den Autor Thomas Mann.

Sie fasst damit die Quintessenz dessen zusammen, was die Ausstellung bis zum 4. Dezember im Dürener Rathaus-Foyer aufzeigt: Auf 26 Tafeln sind 190 zeithistorische Fotos zu sehen und 24 Tondokumente zu hören. Herausgegeben wurde die Ausstellung vom Institut für Zeitgeschichte München-Berlin, der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur sowie vom Deutschlandradio.

Die Exponate skizzieren das vergangene 20. Jahrhundert von 1914 bis 2014 – ein dramatisches Jahrhundert, das von Kriegen, Expansion, Freiheit und Demokratieentwicklung geprägt war. Und sie alle lassen eine Frage im Raum stehen: Was haben wir aus der Geschichte gelernt?

Dieser Frage ging Annelene Adolphs nach. Sie ist Geschäftsführerin des Europavereins GPB, der die Ausstellung nach Düren geholt hat. Im Parforceritt schritt Adolphs bei der Eröffnung die Exponate und damit die großen Ereignisse des 20. Jahrhunderts ab: den Ausbruch des ersten Weltkrieges, das Scheitern der Weimarer Republik, den erstarkenden Faschismus, den 2. Weltkrieg, die Spaltung Deutschlands, den Mauerfall und die Europäische Einigung.

All diese Entwicklungen hätten Europa zu dem gemacht, was es heute ist, lautete ihr Fazit: „Wir haben durch die europäische Einigung neue Strukturen geschaffen.“ Sie seien ein Immunsystem gegen den Krieg, und trotz mancher Krisenherde – wie auf dem Balkan – sei die EU heute ein wichtiger Garant für den Frieden.

Bürgermeister Paul Larue hofft, dass die Ausstellung auch Denkimpulse für die Gegenwart setzen kann: „Der anfängliche ‚Arabische Frühling‘ hat sich zum Herbst entwickelt und ist mittlerweile in einen langen Winter umgeschlagen.“

Konflikte beschränkten sich seiner Meinung nach nicht mehr auf Regionen, Auswirkungen der Bürgerkriege in anderen Regionen seien auch in Europa zu spüren. „Aufgabe des 21. Jahrhunderts ist vor allem, Demokratie zu leben, und diese Werte von einem freiheitlichen Staatssystem jeden Tag mit Leben zu füllen“, sagt Larue weiter.

Interessierte Schulen können sich beim Europavereins-Präsidenten Peter Schöner unter Telefon 02403/36106 für eine Führung anmelden. Ansonsten steht die Ausstellung jedem zu den Rathaus-Öffnungszeiten zum kostenlosen Besuch frei.

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