Vossenack - Außergewöhnliche Töne an der einst verstummten Orgel

Außergewöhnliche Töne an der einst verstummten Orgel

Von: sj
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Hans-Josef Lövenich, Christoph Schiffers und Ulrich Hallmanns (von links) laden zum kirchenmusikalischen Konzert der Volkis ein. Foto: sj

Vossenack. Der Zahn der Zeit hat ganz gewaltig an der Orgel der Vossenacker Pfarrkirche St. Josef genagt. Geplant wurde das Instrument im Jahr 1952, der Einbau geschah im Jahr 1958 und markierte das Ende des Wiederaufbaus des im Zweiten Weltkrieg arg in Mitleidenschaft gezogenen Gotteshauses. Doch es kam der Tag, an dem die Orgel verstummte.

„Eine neue Orgel hätte 250.000 bis 300.000 Euro gekostet. Die hatten und haben wir nicht. Also haben wir beschlossen, die Orgel selbst auseinanderzubauen. Viel kaputtmachen konnten wir ja nicht mehr“, blickt Ulrich Hallmanns, Mitglied des Kirchenvorstands und Ortsvorsteher von Vossenack, zurück.

Gesagt getan: Mit 15 ehrenamtlichen Helfern demontierte Metzgermeister Hallmanns die Orgel Pfeife für Pfeife. 1000 Stück wurden von den Helfern vorsichtig gereinigt und wieder eingesetzt. Auch der Grund für das Verstummen wurde schnell entdeckt: Ein Lüftungsmotor war defekt, die Helfer beschlossen – auch mit Hilfe von Spendern – diesen und vorsichtshalber auch den zweiten Motor wieder instand zu setzen.

Samt abschließender Stimmung (Hallmanns: „Da hatte der Orgelbaumeister einiges zu tun“) können seitdem alle 24 Register wieder gezogen werden. Etwa 10.000 Euro hat die Generalüberholung Marke Selbsthilfe gekostet. „Not macht erfinderisch“, sagt Hallmanns augenzwinkernd. Seitdem wird die Orgel regelmäßig von Ehrenamtlern in Schuss gehalten, die jüngste Reinigung fand vor wenigen Wochen statt.

Ein wenig findet daher das Kirchenkonzert der Volksmusikanten Vossenack am Sonntag, 13. Oktober, 17 Uhr, auch zu Ehren der alten Orgel statt, überlegt Hallmanns laut. „Wir wollen sie noch lange hören“, sagt er. Ehrengast an diesem Tag ist Regionalkantor Hans-Josef Lövenich, der einige außergewöhnliche Töne anschlagen möchte.

„Die Zuhörer erwarten Bach“, sagt Lövenich. Also hat er Bach dabei. Aber eben auch recht außergewöhnliche sakrale Stücke, „die zum Teil auch auf einer Kirmesorgel gespielt werden könnten“, scherzt Lövenich.

Christoph Schiffers, Leiter der Volksmusikanten, verspricht den Zuhörern einen spannenden, genussreichen Nachmittag zwischen Tradition und Moderne. Der Eintritt ist frei, die Gäste werden um eine kleine Spende gebeten, mit der die Jugendarbeit des Vereins unterstützt werden soll.

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