Ausgleichsfläche ist Paradies für Spaziergänger

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Die Grün- und Waldflächen der Stadt Düren, wie der Burgauer Wald, sollen im Flächennutzungsplan erhalten und wenn möglich ausgebaut werden. Foto: Archiv
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Uwe Voßen (r.) und Andreas Nießen (l.) informierten Bürgermeister Paul Larue bei einem Spaziergang über ihre Aufgaben und Pläne.

Düren. „Bei einem urbanen Wald steht die Erholung im Mittelpunkt, nicht die wirtschaftliche Nutzung“, sagt Uwe Voßen. Und er muss es wissen, denn fünf Jahrzehnte lang war er Förster im Dürener Stadtwald. Obwohl längst pensioniert, steht er seinem Nachfolger Andreas Nießen immer noch mit Rat und Tat zur Seite.

Bei einem Rundgang durch den Burgauer Wald und einer kleinen Rundfahrt entlang besonderer Grünflächen der Stadt mit Bürgermeister Paul Larue erläuterten der alte und der neue Revierleiter ihre Aufgaben, Anliegen und Pläne. Seit Mai 2015 ist Nießen, der Forstwirtschaft studiert hat, beim Dürener Service Betrieb (DSB) der neue Revierleiter des Stadtwaldes.

Eine Zusatzausbildung machte ihn darüber hinaus zum zertifizierten Sachverständigen für Baumpflege und Baumwertermittlung. Schon als Kind war Nießen lieber draußen als drinnen, lieber bei Oma auf dem Bauernhof als im Kindergarten. „Nur am Schreibtisch zu sitzen, wäre nicht mein Fall“, meint er.

Er weist auf mehrere abgestorbene Bäume auf einer Wiese im Burgauer Wald hin, die als Lebensraum für Fledermäuse erhalten bleiben. Stünden die Bäume unmittelbar an einem der Waldwege, müssten sie gefällt werden, denn hier werden ständig Sichtkontrollen durchgeführt, ob die Bäume an den Wegen nicht umsturzgefährdet sind.

Nießen zeigt eine amerikanische Roteiche, die vom Brand-Krustenpilz, einem der aggressivsten Baumpilze, befallen ist. Der Revierleiter hat die Eiche, die direkt am Weg steht, markiert. Sie wird demnächst gefällt.

Bis auf die Dienstanweisungen der Oberen Forstbehörde in Münster arbeitet Nießen komplett autark. Auch den jährlichen Wirtschaftsplan erstellt er selbst.

350 Hektar umfasst der Stadtwald – Tendenz steigend, da 40 Hektar neuer Wald durch Ausgleichsflächen hinzukommen. Neun Prozent der Stadtfläche sind bewaldet. Aber nicht nur der Stadtwald wird vom Revierförster gehegt und gepflegt, auch die kilometerlangen Grünzüge werden von ihm und Waldarbeitern angelegt und betreut.

Hinzu kommt das Kleinod, die Ruraue, die sich durch das ganze Stadtgebiet zieht, die Parks und Friedhöfe, die Baumbepflanzungen an den Straßen, die privaten Gärten: Sie alle zusammen, so Voßen, würden einen ökologischen Biotopverbund ergeben, der erhalten bleiben müsse und die Stadt Düren zu einer grünen Stadt mache. Mit dem Forstauto geht es zur jüngsten Ausgleichsfläche, die 15 Hektar groß ist – das sogenannte „Boisdorfer Feld“ mit freien Wiesenflächen, Streuobstbäumen, Hecken und Baumbestand; kurz: ein Paradies für Spaziergänger.

„Wir leben wirklich in einer erfreulich grünen Stadt“, sagt Larue. „Da, wo es möglich ist, sollte man mit Grün arbeiten, man muss auch an die Klimaveränderung denken“, appelliert Voßen mit Nachdruck. Das vorhandene Grün soll im neuen Flächennutzungsplan erhalten und wenn möglich ausgebaut werden, da sind sich Revierleiter und Bürgermeister einig.

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