Nörvenich - Ausbildung: Die meisten bleiben bei der Bundeswehr

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Ausbildung: Die meisten bleiben bei der Bundeswehr

Von: Christina Hustedt
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Stefan Jung (l.) und Florian Stuckmann, beide im vierten Lehrjahr, wollen sich nach ihrer Ausbildung als Soldaten verpflichten. Foto: Christina Hustedt.
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Anlässlich des Jubiläums würdigte der Kommandeur der technischen Gruppe, Oberstleutnant Christian Lörch, die Leistungen der Ausbildungswerkstätten.

Nörvenich. Für Stefan Jung (20) und Florian Stuckmann (21) aus Jülich und Erftstadt kommt ein Wechsel in die Privatwirtschaft nach dem Ende ihrer Ausbildung nicht infrage.

Zwar absolvieren die beiden jungen Männer im vierten Lehrjahr zum „Elektroniker für Geräte und Systeme“ am Standort „Haus Hardt“ des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31 „Boelcke“ eine zivile Ausbildung, doch möchten sich anschließend als Berufssoldaten verpflichten.

Ihnen gefallen Tätigkeit und Arbeitgeber Bundeswehr. „Hier gibt es gute Arbeit für gutes Geld“, sagt Stefan Jung. Noch wichtiger sei aber heutzutage der sichere Arbeitsplatz.

Seit 30 Jahren bildet die Bundeswehr in seinen Werkstätten in Nörvenich zivile Lehrlinge in elektronischen Berufen aus, Grund genug den jährlichen Tag der offenen Tür am Sonntag um einen kleinen Festakt zu erweitern. Seit 1. August 1984 sind die Elektroniker Teil des Luftwaffengeschwaders „Boelcke“, erhalten allerdings unter dem Dach der Bundeswehr eine „ganz normale“ Ausbildung mit IHK-Abschluss. Danach können sich die jungen Leute entscheiden, ob sie als Soldaten oder zivile Angestellte beim Bund bleiben oder in die freie Wirtschaft gehen.

76 Prozent werden Soldaten

Allerdings entscheiden sich 76 Prozent der Azubis, auch nach der Lehre für die Bundeswehr, wie der Kommandeur der technischen Gruppe, Oberstleutnant Christian Lörch, im Rahmen der Jubiläumsfeier am Sonntagvormittag betonte. Über diese „hervorragende Ausschöpfungsquote“ freute sich Lörch ganz besonders. Denn letztlich rechtfertige die hohe Zahl der Azubis, die auch nach der Lehre bei der Bundeswehr blieben, die Kosten für die zivile Ausbildung. Aber gerade die sei in Zeiten von Fachkräftemangel und demografischem Wandel unverzichtbar und der Schlüssel zur Gewinnung von motivierten Nachwuchskräften, unabhängig von der Soldatenlaufbahn. Zudem leiste die Bundeswehr durch ihre bundesweit 32 Ausbildungswerkstätten grundsätzlich einen Beitrag zur Qualifizierung junger Menschen.

Am 1. August 1984 begannen die ersten zivilen Azubis in Nörvenich ihre Lehre, damals noch als „Nachrichtengerätemechaniker“. Drei Jahrzehnte später haben sich Technik und Ausbildung stark gewandelt.

Derzeit erlernen 46 junge Erwachsene, darunter zwei Frauen, den Beruf des „Elektronikers für Geräte und Systeme“, was sie nicht nur zu wertvollen Technikern der Luftwaffe macht, sondern auch zu begehrten Experten zum Beispiel in der Energiewirtschaft oder Kommunikationsunternehmen.

Jedes Jahr zwölf Einstellungen

Pro Jahr nimmt die Werkstatt zwölf neue Azubis auf, die Lehre dauert dreieinhalb Jahre. Dabei müssen Ausbildungsleiter Hans-Hermann Harms und seine Kollegen jährlich aus mehr als 100 Bewerbungen auswählen. In den vergangenen 30 Jahren schlossen 278 Männer und Frauen ihre Ausbildung in Nörvenich erfolgreich ab.

Zukünftig könnte in Nörvenich zudem noch ein weiterer Ausbildungszweig hinzukommen, stellte Oberstleutnant Lörch in Aussicht. Sollte das Bundesverteidigungsministerium zustimmen, würden auf dem Fliegerhorst zukünftig auch zivile Flugzeugmechaniker ausgebildet.

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