„Aus! Sitz! Und jetzt schön brav” - „Wuff”

Von: dama
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Urkomischer Übersetzer zwischen Hund und Herrschen: Martin Foto: Martinak

Düren. „Aus! Sitz! Und jetzt schön brav”, begrüßte Martin Rütter das klatschende Publikum in Düren. „Wir wollen hier erst einmal Hundeplatz-Atmosphäre schaffen.” Der aus den Medien bekannte „Hundeprofi” kam zum zweiten Mal mit seinem Bühnenprogramm „Hund-Deutsch, Deutsch-Hund” in die Papierstadt und freute sich über eine restlos ausverkaufte Arena.

Das Infotainment drehte sich hauptsächlich um die Vermenschlichung des Hundes, die Rütter zwar relativ witzig findet, aber nicht immer befürwortet: „Es fängt ja schon beim Namen an. Die Hunde heißen nicht mehr ,Bello sondern ,Emma oder ,Horst.” Und schon ertönte schrilles Gelächter in den Reihen: Einige fühlten sich ertappt.

Das eigentliche Problem am Hundetraining sei nie der Hund. Bei den „Hundemenschen” drehe sich alles um das Tier. „Da wird der Kleine schon mal komatös gekrault, bekommt kahle Stellen auf den Kopf gestreichelt.”

Ganz besonders schlimm - und tatsächlich stimmten ihm beinahe alle Besucher in der Arena zu - sei der „berühmte WWA-Tag”, der Welt-Welpen-Abhol-Tag. Es breche geradezu ein schwangerschaftsähnlicher Zustand in der gesamten Familie aus und am meisten leide ab sofort der Mann. Rütter: „Männer lassen sich plötzlich mit jungen, noch nicht geschlechtsreifen Hunden vergleichen. Es folgt eine aktive Unterwerfung. Und wer wird denn öfter gestreichelt?” Mit Zurufen wie „Mein Hund fühlt sich auch besser an” erheiterte das Publikum den Star des Abends.

Regelmäßig regte er die Zuschauer an, sich an die Alltagssituationen zu erinnern oder in die Lage des Vierbeiners zu versetzen. Etwa wenn die Hundehalter auf die „glorreiche Idee” kommen, den Hunden kleine Pelzmäntelchen im Winter überzuziehen, ihnen die Bettdecke überlassen oder gar einen höhenverstellbaren Futternapf besitzen. „Nicht, dass er friert, der kleine Husky. Mutter Wolf hat ihren Welpen sicherlich auch immer die Beute auf einen Baumstamm gelegt, damit kein Rückenleiden auftritt.” Der Hund sei als direkter Nachfahre des Wolfes körperlich ausgelegt unregelmäßig zu fressen oder sich selber zu wärmen.

Schnell weiß der Hund, wann Frauchen springt. Und dann komme der Tierspychologe ins Spiel: „Benimm dich ruhig wie King Lui, rufen wir halt den Rütter an.” Angerufen haben den „Hundeprofi” übrigens bereits über 250.000 Hundebesitzer. In seinen regelmäßigen Seminaren therapierte er über 5500 Hunde. „Drei Mal war ich sogar schon bei Hundehaltern in Düren gewesen.” Und auf die grundelegenden Fehler bei der Erziehung des Tieres ging Martin Rütter während der zwei Stunden auf wahnsinnig witzige, sarkastische Weise ein.

Zufriedene und fröhliche Gesichter und ausgelassene Gespräche nach der Veranstaltung standen für einen unvergesslich komischen Abend , der sich wieder einmal nur um den besten Freund des Menschen drehte.
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