Aus Sambia ins Soziale Jahr: Patientenbetreuung und Karneval

Von: Anne Wildermann
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Seit August 2016 lebt Daniel Nanja (Mitte) aus Sambia bei Silvia (l.) und Hermann-Josef Peters (Mitte) in Merzenich. Irmela Kuhlen (r.) macht den Aufenthalt in Deutschland möglich. Foto: Wildermann

Merzenich. Am liebsten isst Daniel Nanja Pizza, Pommes und Pasta. „Die drei großen P“, wie der 19-Jährige sagt, der gebürtig aus Sambia stammt, einem Binnenstaat im Süden Afrikas, und der seit August vergangenen Jahres ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Birkesdorfer Krankenhaus macht. Dort bringt er den Patienten Essen oder hilft bei der Körperpflege.

Er wohnt bei seinen Gasteltern Silvia (57) und Hermann-Josef Peters (57) in Merzenich. Über den Verein „Eine-Welt-Engagement“, den es seit 20 Jahren gibt, ist Daniel Nanja nach Deutschland gekommen. Irmela Kuhlen, stellvertretende Vorsitzende, sorgt dafür, dass Jugendliche aus Sambia in Deutschland in einer sozialen oder gesundheitlichen Einrichtung ein FSJ absolvieren können.

„Allerdings ist es nicht einfach, Gastfamilien für die jungen Leute zu finden“, sagt sie. Diesen Sommer sollen zwei volljährige Mädchen in die Region kommen, und für sie gebe es laut Kuhlen noch keine Gasteltern. Gründe, warum die Menschen verhalten bis gar nicht reagieren, seien unterschiedlich. „Vorurteile und Unwissenheit gehören leider auch dazu“, sagt sie.

Daniel Nanjas Gasteltern sind nach einem Taizé-Gebet in der Marienkirche auf ihren Gastsohn aufmerksam geworden. „Der Vereinsvorsitzende hatte von Daniel erzählt und auch einen Brief von ihm dabei“, erinnert sich Silvia Peters. Für das Ehepaar war klar, dass sie den jungen Mann aus Sambia aufnehmen wollen. Zunächst war ein Aufenthalt für sechs Monate bei den Peters geplant, die verlängerten aber um weitere sechs Monate.

„Wir bieten im Vorfeld den potenziellen Gasteltern erst nur sechs Monate an, weil die Aufnahme auch mit Aufwand und Kosten verbunden ist“, erklärt Kuhlen. Dennoch freut sie sich, dass das Ehepaar Peters nach dem ersten halben Jahr keinen Rückzieher gemacht hat. Pro Monat erhält die Gastfamilie eine Unterstützung von 140 Euro und der FSJ-ler bekommt ein kleines Taschengeld.

Deutsch lernte Daniel Nanja bereits in Sambia mit einer Deutschen, die über den Verein als Freiwillige dort tätig war. In Deutschland gab es für den jungen Mann dann noch einen weiteren Sprachkurs inklusive einer Einführung in die deutsche Kultur. Den ersten Kulturschock hat Daniel Nanja aber schon hinter sich: Karneval. Vielmehr den Start der Session am 11. 11.

Mit Ehepaar Peters saß er als Clown verkleidet und geschminkt im großen Karnevalszelt der Gemeinde, trank Kölsch, hörte und sah viel rheinländisches Brauchtum. „Es war ein lustiger Tag. Viele Leute mit verrückten Kostümen und Schminke im Gesicht. Ich hatte viel Spaß“, sagt er. Rosenmontag wird er mit seinen Gasteltern und anderen Jecken als Struwwelpeter im Zug mitlaufen und Kamelle werfen.

Wenn Daniel Nanja im Sommer zurück nach Sambia reist, will er Medizin studieren.

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