Düren - Aus Kündigungsfrust Jacke auf Herd gelegt und eingeschaltet

Aus Kündigungsfrust Jacke auf Herd gelegt und eingeschaltet

Von: hp
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Düren. Der Frust über die fristlose Kündigung und den damit verbundenen Abschied aus einer Wohngruppe in Birkesdorf ließ einen jungen Mann zum Straftäter werden.

Heute spricht der inzwischen 25-Jährige von einer Kurzschlusshandlung.

Anfang Mai 2011 legte er die Jacke eines Mitbewohners auf den Elektroherd und schaltete das Gerät ein. Wenig später brannte das Kleidungsstück, so dass starker Rauch aus dem geöffneten Fenster quoll.

Dies wiederum bemerkten zwei Nachbarinnen, die sofort in die Wohnung liefen und mithilfe eines Schirmes die brennende Jacke vom Herd zogen, löschten und somit Schlimmeres verhinderten. Noch ehe Feuerwehr, Polizei, Notarzt und Rettungswagen eintrafen, war die Gefahr gebannt.

Allerdings war eine der Nachbarinnen nach ihrer Hilfsaktion mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht und dort ambulant behandelt worden. Jetzt hatte sich der ehemalige Mitbewohner vor dem Schöffengericht zu verantworten. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft warf ihm versuchte schwere Brandstiftung, fahrlässige Körperverletzung und Sachbeschädigung vor.

Katastrophale Kindheit

Unter anderem ging es um die Frage, ob der Angeklagte wusste, dass sich der Mitbewohner, dessen Jacke er auf den Herd gelegt hatte, zum Zeitpunkt der Tat noch in der Wohnung befand. Der Angeklagte beteuerte, dass er dies nicht gewusst habe.

Besondere Bedeutung kam den Ausführungen einer Gutachterin zu. Die Fachärztin für Psychiatrie berichtete von katastrophalen familiären Zuständen, die der Angeklagte als Kind erlebt habe. Dies habe dazu geführt, dass er als Elfjähriger in einem Kinderheim untergebracht wurde und auch heute noch unter Betreuung stehe.

Die Gutachterin sprach von Unreife und einer Persönlichkeitsstörung. Sie unterstrich jedoch, dass seine jetzige Lebenssituation - er hat eine Beschäftigung und ist mit einer jungen Frau verlobt - stabilisierende Faktoren seien.

Angesichts dieser Gegebenheiten und des relativ glimpflichen Verlaufs gingen alle Beteiligten von einem minderschweren Fall der Brandstiftung aus. Während der Staatsanwalt für eine Strafe von einem Jahr und sechs Monaten plädierte, bat der Verteidiger um ein mildes Urteil.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Anne Utzelmann verurteilte den 25-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten. Das Urteil ist rechtskräftig.
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