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Aus der südchinesischen Millionenstadt nach Düren

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Vor 24 Stunden operiert: Dr. B
Vor 24 Stunden operiert: Dr. Bertram Barden und Prof. Dr. Ding Yue auf Visite bei einer Patienten mit neuem Kniegelenk.

Düren. Sie ist die Jüngste in der Professoren-Riege ihres Krankenhauses. Und sie ist die erste Frau auf dem Professorenstuhl der dortigen Orthopädie und Unfallchirurgie. Professor Dr. Ding Yue gehört zu den führenden Köpfen am „Sun Yat-Sen University Memorial Hospital” im südchinesischen Guangzhou.

Die Klinik in der Zehn-Millionen-Einwohner-Stadt in der Nähe von Hongkong hat Platz für 2000 stationäre Patienten und gehört zu den führenden medizinischen Einrichtungen der Volksrepublik. Für drei Monate hat die 38-jährige Professorin nun die Metropole gegen das beschauliche Düren getauscht.

Für ein Stipendium ausgewählt

Im Dürener Krankenhaus arbeitet Ding Yue an der Seite von Dr. Bertram Barden. Die chinesische Medizinerin will vom Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädischen Chirurgie lernen. Barden ist anerkannter Experte für die Implantation künstlicher Hüft- und Kniegelenke.

„Ich hatte das Glück, an meinem Krankenhaus für ein Stipendium ausgewählt zu werden, das mir die Möglichkeit gab, drei Monate lang an einer Klinik meiner Wahl zu hospitieren”, berichtet die Professorin. Und ihre Wahl fiel auf Düren.

Anfang des Jahrtausends hat Ding Yue zwei Jahre lang in Deutschland gearbeitet und hier auch promoviert. An der Uniklinik Essen habe sie sehr viel gelernt, sagt die Medizinerin, auch und vor allem von Dr. Barden, der während seiner zwölfjährigen Tätigkeit in Essen an der Weiterentwicklung der Endoprothetik, also des Einsatzes künstlicher Gelenke, intensiv mitgearbeitet hat.

Seither haben sich Barden und Ding Yue nicht aus den Augen verloren. Erst in diesem Frühjahr reiste der Dürener für zehn Tage nach Guangzhou, um dort zu operieren. Und jetzt ist die chinesische Professorin in Düren zu Gast und steht dort nahezu täglich mit Dr. Barden im OP.

„Die Chinesen haben mit der Endoprothetik deutlich später begonnen als wir in Europa”, sagt der Dürener Chefarzt. „Wir haben schon in den 60er Jahren künstliche Hüftgelenke eingesetzt, seit den 70er Jahren künstliche Kniegelenke. In China hat das bis in die 90er Jahre gedauert. Deshalb sind die chinesischen Kollegen sehr an unserer Erfahrung interessiert”, erklärt Dr. Barden, warum seine Kollegin zum Lernen nach Düren gekommen ist.

Wichtige Kooperation

Aber die Zusammenarbeit ist keine Einbahnstraße. „Auch wir profitierten”, sagt Barden. Da die Klinik in Guangzhou hervorragend ausgestattet sei und unter anderem viele neue Labore habe, seien gemeinsame Forschungsprojekte gestartet worden, unter anderem zur Verbesserung der Verträglichkeit und der Haltbarkeit von Gelenksprothesen.

Auch wenn Ding Yue noch einige Wochen in Düren bleiben wird, steht für die Chinesin schon jetzt fest, dass sie die richtige Wahl getroffen hat. „Ich genieße es sehr, hier in Düren zu sein”, sagt die Professorin. Sie werde mit vielen wichtigen Erfahrungen in die Heimat zurückkehren.
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