Aus dem Volksmund hoch auf die Masten

Von: Stephan Vallata
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Installierten das erste Schild: Willi Kuckartz, Ruth Spülgen, Philipp Schmitz-Schunken und Dietmar und Alexander Ulrich (von links). Foto: Johnen

Merode. „Name ist Schall und Rauch”, hat der gute alte Goethe seinem Faust in den Mund gelegt. Das sagt sich so leicht. Stimmt aber nicht immer. Dass der bisher als Mastenweg bekannte Eduard-Kaczmarek-Weg zwischen Schlosspark und Kreuzherrenstraße heißt, wie er nun mal heißt, hat eine ganz nachvollziehbare Bewandtnis.

Mit der Namensgebung möchte die Dorfgemeinschaft Merode an den polnischen Kriegsgefangenen Eduard Kaczmarek erinnern, der sich während des großen Bombenangriffs auf Düren im Zweiten Weltkrieg am 16. November 1944 aus freien Stücken an der Suche nach einem Kind beteiligt hat und durch Granatsplitter ums Leben kam.

Damit nicht genug: Zugleich steckt hinter der Einweihung des Weges ein neues Projekt der Dorfgemeinschaft. In den kommenden Jahren möchten die rührigen Dörfler die bestehenden Straßennamenschilder durch eigens angefertigte Versionen aus Emaille samt gusseiserner Masten im historischen Gewand austauschen. Finanzielle Unterstützung leistet die Companius-Initiative von RWE. Unter der eigentlichen Beschilderung sollen sich darüber hinaus die alten Namen der Straßen und Wege wiederfinden, wie sie im Volksmund bekannt waren. Im Zuge der kommunalen Neugliederung 1972 gerieten diese allerdings zunehmend in Vergessenheit.

Mittlerweile liegt sogar eine 70-seitige Abhandlung mit dem Titel „Herrschaftszeiten - Meroder Geschichte(n)” vor, die Philipp Schmitz-Schunken von der Dorfgemeinschaft unter Mithilfe des Geschichts- und Heimatvereins der Herrschaft Merode verfasst hat. Nach Gesprächen mit der Bevölkerung und einer umfassenden Recherche hat er darin viel Wissenswertes über die historische Dimension der zumeist plattdeutschen Namensgebung aller Straßen, Wege, Gassen und Pfade zusammengetragen.

Nicht zuletzt haben alle Beteiligten versucht, die etymologische Herkunft mancher Bezeichnungen herauszufinden. Erworben werden kann das Buch unter anderem auf dem Meroder Weihnachtsmarkt, im Töpfermuseum Langerwehe und in der Sparkasse Langerwehe. Es soll übrigens nicht die einzige Veröffentlichung bleiben. Weitere Ideen gibt es bereits.
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