Aufsteiger Alemannia Straß: Fortsetzung folgt beim Voreifel-Märchen?

Von: Kevin Teichmann
Letzte Aktualisierung:
12365134.jpg
Meister und Aufsteiger Alemannia Straß (stehend v. l. Physiotherapeutin Angelika Becker, Co-Trainer Tom Kaulen, Tim Simon, Thomas Betzer, Felix Beck, Marco Weinhold, Fabian Becker, Oliver Fuß, Kai Mucha, Kevin Krohm, Stanislaw Schreider, Trainer Dirk Krischer und Betreuer Karl-Heinz Peupelmann; Kniend v. l. Florian Wojde, Michael Krzemniecki, Jan Derksen, Jens Joeken, Stephan Höreth, Jörg Schmitz, Tim Weigang, Kevin Leesten, Torwarttrainer Rüdiger Leesten. Nicht auf dem Foto sind Nico Maurin, Andreas Haupt, Emre Aydin, Chris Schruff, Tim Schmitz und Michael Marx. Foto: sind Nico Maurin, Andreas Haupt, Emre Aydin, Chris Schruff, Tim Schmitz und Michael Marx.

Straß. „Sehr überraschend und nicht geplant“, nennt Rainer Lossner, Geschäftsführer von Alemannia Straß, die Meisterschaft in der Fußball-Bezirksliga und den damit verbundenen Aufstieg in die Landesliga. Es ist der vorläufige Höhepunkt der Straßer Vereinshistorie.

Der fällt zugleich auf den 85. Geburtstag des Klubs aus der Voreifel. Eine Auszeichnung für konsequente und besonnene Arbeit. Denn genau vor zehn Jahren, zum 75-jährigen Jubiläum gelang der Aufstieg in die Bezirksliga. Auf der Verbandsebene längst aklimatisiert, durften ein ganzes Dorf nun den nächsten Schritt wagen. „So weit ist es aber ja nur gekommen, weil der Kaller SC Anfang der Rückrunde zurückgezogen hatte.

Erst dadurch sind wir überhaupt in den Dunstkreis der Aufstiegskandidaten geraten“, weiß Lossner, dass daraufhin die Tabelle ordentlich „durchgeschüttelt“ wurde. Kall hatte schließlich gegen Straß gewonnen, gegen Top-Teams wie Schwarz-Weiß Düren aber zwei Mal verloren. Dieser Umstand spülte also das Team von Trainer Dirk Krischer in der Tabelle nach vorne.

„Wir hatten die Hoffnung, dadurch unser Saisonziel – die Top 5 zu erreichen – doch noch erfüllen zu können“, gibt Lossner ganz bodenständig zu, dass er sich auch zu diesem Zeitpunkt nicht einmal in seinen kühnsten Träumen hätte vorstellen können, dass seine Straßer Alemannia die Spielzeit auf einem Aufstiegsplatz beenden würde.

Ligafavoriten straucheln

Da aber Woche für Woche mindestens einer der Ligafavoriten GKSC Hürth, Schwarz-Weiß Düren, FC Rheinsüd Köln oder der FC Germania Lich-Steinstraß Punkte liegen ließen, pirschte sich der SC Alemannia langsam aber sicher heran. Und das dank eines bärenstarken ersten Halbjahres 2016. Zehn Siege, vier Unentschieden – nur zwei Niederlagen. Was für eine Bilanz! „Entscheidend war mit Sicherheit auch, dass sich die Favoriten meist genau dann Platzverweise einhandelten, wenn die nächste Partie gegen uns zu absolvieren war“, sagt Lossner und lacht. Ein wenig Glück gehört nun einmal auch dazu.

Der SC hatte mit solchen Widrigkeiten jedoch äußerst selten zu kämpfen. Eine Gelb-Rote und eine glatt Rote Karte – damit sind alle „Fehltritte“ von Krischers Mannen zusammengefasst. Dazu kommen lediglich 55 Gelbe Karten. Alemannia Straß ist deshalb auch nicht nur Meister nach Punkten, sondern auch in Fair-Play-Hinsicht Primus. „Daran sieht man, dass das faire Miteinander sehr wichtig ist und man damit auch Titel gewinnen kann“, findet Rainer Lossner.

In der Landesliga möchte man sich in dieser Hinsicht treu bleiben. „Das Grundgerüst des Kaders bleibt zusammen“, allerdings gelte es von Anfang an, sich „gegen den Abstieg“ zu stemmen: „Es kann nur über den Teamgeist gehen.“ Verstärken wird der Verein sich mit einigen jungen Spielern, die das Abenteuer Landesliga bestreiten möchten.

Trainer-Sohn Jan (Mariaweiler), Nicolas Utecht (Kelz), Philipp Müller (Winden), Maurice Meirino Gonzalez, Kürsat Güclü, Giuseppe Borgetta (alle Rott) und Marco Lennartz (SG GFC Düren 99) senken den Altersschnitt. Außerdem kommt für den scheidenden Keeper Kevin Leesten (Niederau) Denis Düren von der SG GFC Düren 99. Gebastelt wird außerdem noch an zwei weiteren Verpflichtungen. Um wen es sich handelt, wollte Rainer Lossner jedoch noch nicht verraten.

Alemannen-Fans als Faustpfand

Ein Faustpfand für den Klassenerhalt dürfte das Straßer Publikum werden. „Das ist bei uns ein Nehmen und Geben. Auswärts unterstützen uns immer mindestens 50 Fans! Die Mannschaft zahlt diese Leidenschaft mit großem Einsatz zurück.“ Und daheim, an der Hormer Straße darf der sympathische Dorfverein sogar auf ein Stammpublikum von rund 150 Zuschauern bauen. Wenn dann auch noch das Sturmduo Thomas Betzer/Oliver Fuß genauso treffsicher agiert wie in dieser Spielzeit – beide trafen jeweils 15 Mal –, dürfen die Fans leise auf eine Fortsetzung des Voreifel-Märchens hoffen.

Besonders freut sich Rainer Lossner schon auf das Duell mit Mitaufsteiger Germania Eicherscheid (Bezirksliga, Staffel 4): „Seit vielen Jahren pflegen wir eine Freundschaft und haben schon einige Testspiele bestritten. Nun dürfen wir uns endlich auch einmal in Meisterschaftsspielen messen. Das ganze Dorf freut sich auf die Saison!“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert