Düren - Aufruf zur Demonstration gegen Rechtsradikalismus

Aufruf zur Demonstration gegen Rechtsradikalismus

Von: Jörg Abels
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Neben dem Dürener Bündnis ge
Neben dem Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt rufen zahlreiche Migrantenorganisationen für den 10. Februar zur Demonstration gegen braunen Terror auf. Foto: Abels

Düren. „Stoppt den braunen Terror! Wir wehren uns.” Unter diesem Motto rufen das Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt, zahlreiche Migrantenorganisationen, kirchliche Gruppen, Vereine, Parteien, Gewerkschaften aber auch Einzelpersonen - aufgeschreckt von den erschütternden Nachrichten rund um die Morde der Zwickauer Terrorzelle - für Freitag, 10. Februar, zu einer Demonstration in Düren auf.

„Wir wollen erneut ein Zeichen gegen Rassismus und Gewalt und für die Solidarität mit den hier lebenden Migranten setzen”, betont Pfarrerin Susanne Rössler aus der Sprechergruppe des Bündnisses.

„Und wir wollen unser Mitgefühl mit den Opfern und ihren Angehörigen zum Ausdruck bringen”, erklärt DGB-Gewerkschaftssekretär Karl Panitz, ebenfalls Sprecher des Bündnisses.

Die im Zuge der Ermittlungen in Zwickau gefundene CD der Neonazis mit rund 10 000 Adressen von Kultureinrichtungen, Beratungsstellen, Kirchen, Vereinen, Moscheen und Einzelpersonen, darunter auch 19 Datensätze aus dem Kreis Düren, habe gezeigt, „wie vernetzt die rechte Szene seit Jahren arbeitet”, unterstreicht Rössler, dass es sich bei der Zwickauer Terrorzelle nicht um Einzeltäter mit ein paar Helfern gehandelt haben kann.

„Rassistisches Gedankengut ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet”, erinnert die Pfarrerin auch an die knapp 2400 Stimmen, die die NPD bei der vergangenen Kommunalwahl auf Kreisebene erhalten hat.

„Wir wollen am 10. Februar zeigen, dass in Deutschland niemand aufgrund seiner Herkunft oder seiner Konfession Angst haben muss”, betont Günter Derichs vom Bündnis. „Wir stehen für eine offene Gesellschaft mit allen, die hier leben, ein.”

„Bunt statt Braun” lautet die Botschaft an diesem Tag. Für Susanne Rössler ist es deshalb mehr als nur ein Symbol des Miteinanders von Menschen mit unterschiedlichen Konfessionen, dass die Demonstration am 10. Februar von der DITIB-Moschee an der Veldener Straße zur Marienkirche führen wird, in der anschließend die Vollversammlung des Dürener Bündnisses stattfinden wird.

Dabei wird der Aachener Journalist Michael Klarmann, der sich seit Jahren mit der rechtsextremistischen Szene in der Region beschäftigt, ein aktuelles Bild der Situation im Kreis Düren nach dem Ausschluss dreier führender Mitglieder aus der NPD zeichnen.

„Denn mit dem Ausschluss ist das Problem ja nicht vom Tisch”, betont Karl Panitz. „Die Personen bleiben rechtsextrem und in der Region aktiv.” Und angesichts der Tastsache, dass der frühere Kreisvorsitzende Ingo Haller dem NPD-Landesverband Weichspülerei vorgeworfen hat, sei eine weitere Radikalisierung nicht unwahrscheinlich, befürchtet Panitz.
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