Aufklärung nach Verstößen zeigt Wirkung

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
verkehr1_xx
Polizeidirektor Werner Eismar (l.) und Heinz Bellen von der Direktion Verkehr erläuterten die Verkehrsunfallstatistik 2009. Foto: Abels

Kreis Düren. Oberflächlich betrachtet ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Kreis Düren im Jahr 2009 um 2,5 Prozent angestiegen. Doch mit nunmehr 6904 Einsätzen liegt sie nach dem Tiefstand im Jahr 2008 (6736) immer noch deutlich unter dem Zehnjahresdurchschnitt von 7357.

Noch wichtiger aber ist für Landrat Wolfgang Spelthahn die Tatsache, dass die Zahl der Unfälle mit Personenschäden (1050) erneut gesunken ist und wie die Zahl der verletzten Personen (1316) im Zehnjahresvergleich einen Tiefststand erreicht hat. Gleiches gilt für die Zahl der Verkehrstoten, die von 19 auf zehn gesunken ist.

Das zeigt für den Leiter der Kreispolizeibehörde, dass die eingeschlagene Strategie erfolgreich ist. Auch 2009 hat sich die Polizei im Kreis Düren auf die Bekämpfung der Hauptunfallursachen (Geschwindigkeit, Alkohol/Drogen und Gurt) konzentriert und vor allem Unfallschwerpunkte mit verstärkten Kontrollen ins Visier genommen. „Dabei ist es uns sehr wichtig, den Autofahrer nach einem Verstoß anzuhalten und aufzuklären”, betont Polizeidirektor Werner Eismar. Eine Strategie, an die er und sein Kollege Heinz Bellen von der Direktion Verkehr auch in Zukunft festhalten wollen. „Es ist nicht unser Anliegen, den Autofahrer abzuzocken”, betonte auch Landrat Spelthahn. Geblitzt werde nur dort, wo sich Unfälle häuften.

Warnung vor frisierten Mofas

Reagiert hat die Polizei im vergangenen Jahr vor allem auf die in 2008 stark angestiegenen Werte bei verunglückten Kindern und Jugendlichen. Durch verstärkte Präventions-, aber auch Überwachungsmaßnahmen sank die Zahl der in Unfälle verwickelten Kinder (unter 15 Jahre) um 42,6 und die der Jugendlicher (15 bis 17 Jahre) um 36,8 Prozent. „Trotzdem stellen wir immer noch fest, dass viele Jugendliche ihre motorisierten Zweiräder frisieren”, berichtete Heinz Bellen von Fällen, Straftatbeständen, in denen Mofas auf bis zu 100 km/h getrimmt wurden. „Wir appellieren deshalb an die Eltern, ganz genau hinzusehen, wenn an den Zweirädern herumgewerkelt wird.”

Problemgruppe sind auch weiterhin die jungen Erwachsenen: In nahezu jeden fünften Unfall im Kreis Düren ist ein Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren verwickelt. Imponiergehabe und Selbstüberschätzung machen die Polizeioberen für die unverändert hohe Quote verantwortlich. Sie werben deshalb weiter für das Projekt „Begleitete Fahren” ab 17 Jahren. Das Unfallrisiko sei im ersten Jahr des Führerscheinbesitzes am größten, betonte Eismar, das minimiert werde, wenn ein Elternteil auf dem Beifahrersitz Platz nimmt. Seit der Gesetzgeber diese Möglichkeit zum 1. Oktober 2005 geschaffen hat, wurde sie im Kreis Düren über 4300 Mal in Anspruch genommen. „Weitere 1000 Anträge sind gestellt”, erklärte Bellen.

Zweite Problemgruppe neben den „Jungen Wilden” bleiben die Senioren, die im Vorjahresvergleich wieder deutlich öfter in Unfälle verwickelt wurden (plus 23,5 Prozent). Jeder dritte verunglückte Senior war im Übrigen mit dem Rad unterwegs. Überhaupt stagniert die Zahl der Unfälle mit Radfahrern auf hohem Niveau. Eismar kündigte deshalb an, in Zukunft verstärkt auch mit Bußgeldern gegen Radler vorzugehen, die rote Ampeln missachten oder Radwege in falscher Richtung benutzen.

Der Blick auf die Bilanz der Motorradfahrer zeigt, dass die Zahl der Unfälle hier trotz flächendeckender Überwachungen wieder angestiegen ist. Zwar bezahlte kein Motorradfahrer seine Raserei mit dem Leben, jedoch verletzten sich 34 schwer. Deshalb werden sich Biker auch 2010 wieder auf Schwerpunkteinsätze in der Eifel einstellen müssen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert