„Aufbruch in die Freiheit”

Von: sj
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Im Beisein von Aachens Weihbis
Im Beisein von Aachens Weihbischof Johannes Bündgens wurde am Samstag in der Annakirche mit der Erhebung der Reliquie die Anna-Oktav eröffnet. Foto: Johnen

Düren. Mit der feierlichen Erhebung des Anna-Hauptes ist am Samstagmorgen die Anna-Oktav eröffnet worden. Unter dem Leitsatz „Berufen zur Freiheit” werden während der Oktav die Zehn Gebote als Regeln der Liebe und Punkte der Orientierung in den Mittelpunkt gestellt.

„Die Gebote kommen uns manchmal vielleicht altmodisch vor, aber sie sind modernisierbar”, sagte Aachens Weihbischof Johannes Bündgens, der mit Annapfarrer Hans-Otto von Danwitz das Hochamt feierte. Jeder Mensch habe zehn Punkte, die ihm wichtig seien, fuhr Bündgens fort. Liebe, Freundschaft und Eucharistie - „die Zehn Gebote sind die Bundesklauseln. Wenn wir Treue halten, dann kommt der Messias, dann hält Gott sein Versprechen”, erklärte Bündgens.

Aufruf zum kritischen Dialog

Regionaldekan Hans-Otto von Danwitz rief in seiner Predigt die Gläubigen dazu auf, einen kritischen, aber konstruktiven Dialog mit der Kirche zu starten. Ging es in der Anna-Oktav des vergangenen Jahres noch angesichts der neuen Orgel um Gottes Melodie, „ist mir in diesem Jahr das Singen so manches Mal vergangen”, sagte von Danwitz angesichts der offenkundig gewordenen Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche. „Die Missbrauchskrise hat uns deutlich vor Augen geführt, dass es mit dem einfachen Hochhalten von Werten und Normen nicht getan ist, wenn unter der Decke so viel kleingehalten und totgeschwiegen wird”, fuhr von Danwitz aus.

Die deutschen Bischöfe hätten die Notwendigkeit zu „Umkehr und Neuanfang” erkannt. Und auch die Anna-Oktav wolle mit einem Angebot zum Dialog einen „Beitrag zum Aufbruch in die Freiheit” leisten, „damit Doppelbödigkeit und unheilvolle Machtstrukturen ein Ende haben”. Die Krise müsse zu einer neuen Freiheit führen, bei der es der Kirche „nicht um Selbsterhalt geht”, sondern das Wohl der Menschen über allem stehe. Es gelte daher auch für jeden Einzelnen, sich die Frage zu stellen, ob er sich freihalte für einen Gott, der diese Frei-Räume für das Wohl aller Menschen ermögliche, oder ob der Tagesablauf von fremden Göttern wie Geld oder Erfolg bestimmt werde.

Die Zehn Gebote seien dabei keine Auflistung von Verboten. Vielmehr seien sie eine Anleitung zur Freiheit, eine Aufforderung, das Leben zu wagen. Von Danwitz: „Die Liebe Gottes ist der Ausgangspunkt aller Gebote, der Kern der Botschaft Jesu.”
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