Auf Kosten des Chefs großzügig den eigenen Tank gefüllt

Von: hp
Letzte Aktualisierung:
6751473.jpg
Tanken ist teuer, deswegen nutzte ein Dürener eine Firmenkarte auch für sein Privatauto. Die Folge: Freiheitsstrafe auf Bewährung. Foto: dpa

Düren/Nörvenich. Kaum ein Thema erregt die Gemüter so wie die Sprit-Preise. Zumindest vorübergehend brauchte ein 45 Jahre alter Dürener sich über die ständig steigenden Preise nicht aufzuregen. Als Lkw-Fahrer einer Firma in Nörvenich füllte er mit Hilfe einer Chip-Karte zeitweise auf Kosten seines Chefs großzügig auch den eigenen Tank.

Mehr noch: Einigen Bekannten oder Freunden gab er etwas von dem abgezweigten Diesel-Kraftstoff ab. Bei den dafür kassierten 70 bis 75 Cent je Liter war das für die Abnehmer 2011 ein Schnäppchen.

Da der Angeklagte, um wegen zu geringer Mengen nicht aufzufallen, jeweils um die 300 Liter Diesel tankte, die für seinen Lkw üblich waren, füllte er einen großen Teil in Kanister ab. Die Quittung bekam der 45-jährige in Etappen. Nachdem er aufgefallen war, verlor er seinen Arbeitsplatz. Zudem hatte sein damaliger Chef überschlägig gerechnet: Er ließ sich deshalb bei einem Notar von dem untreuen Mitarbeiter ein „Schuldanerkenntnis über 100.000 Euro“ unterschreiben. Als der Vorsitzende Richter Peter Lüttgen wissen wollte, wie er denn auf die Höhe gekommen sei, räumte der Unternehmer ein, er habe gepokert und diese Zahl einfach so genannt. Der Angeklagte erklärte, er habe aus Angst, ins Gefängnis zu müssen, diese Erklärung unterschrieben.

Das Schöffengericht kam zu dem Ergebnis, dass der teilweise geständige Angeklagte sich in rund 30 Fällen wegen gewerbsmäßigen Betrugs strafbar gemacht habe. Bei jeweils rund 300 Litern Diesel beträgt der Schaden immerhin den Gegenwert von rund 9000 Litern, also damals rund 10.700 Euro. Die Staatsanwaltschaft war zunächst von 128 Fällen ausgegangen und hatte das Diebesgut auf knapp 41.700 Liter Diesel und den Wert auf 45 216,63 Euro addiert.

Das Schöffengericht verurteilte den 45-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde. Da Staatsanwaltschaft und Angeklagter auf Rechtsmittel verzichteten, ist das Urteil rechtskräftig.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert