Auf gutem Weg: Geschäftsführerin Féron über die Frauenquote

Von: Stephan Johnen
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Stehen in der freien Wirtschaft selbstbewusst ihre Frau: Astrid Féron, Angelika Labonia, Sabine Richter und Elke Plackenhohn (v. l.). Foto: Johnen

Lendersdorf. Die Zeiten ändern sich. Und mit ihnen die Ansichten und das Vokabular. Das derzeit in der Bundespolitik viel benutzte Wort Frauenquote gab es damals beispielsweise nicht, als Astrid Féron gerade ihr Abitur in der Tasche hatte und sich fragte, welches Studium sie aufnehmen soll.

Und ob sie anschließend in den elterlichen Familienbetrieb „Aluminium Féron” einsteigen kann. „Das ist eine technische Firma”, argumentierte ihr Vater vor 30 Jahren in der Diskussion mit seiner Tochter.

Will heißen: Das ist etwas für Männer. Da sich die Tochter ohnehin weniger für Technik interessierte, studierte Astrid Féron Betriebswirtschaftslehre, war danach in mehreren Unternehmen, sammelte Erfahrung. Seit vier Jahren ist sie im Familienbetrieb tätig. Als Geschäftsführerin. Auf Bitte des Vaters. Die Zeiten ändern sich.

„Das war eine klare Ansage”, berichtet die 49-jährige Geschäftsführerin und Mutter. Sie habe ihm diese Ansage nie übelgenommen. Ihr Vater stand damals mit seiner Ansicht sicher nicht alleine. Die Welt der Technik war über Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte männerdominiert, das prägt die Wahrnehmung.

„Auch heute gibt unter den 200 Mitarbeiten mehr Männer als Frauen im Betrieb. Das ist historisch so gewachsen”, sagt Astrid Féron. Doch die Zeichen stehen auf Veränderung. Féron gehe mit gutem Beispiel voran: In der Forschungs- und Entwicklungsabteilung wie auch der Verwaltung sei das Verhältnis ausgeglichen. Nur in der Produktion überwiegen eindeutig die Männer.

„Die Qualifikation zählt, nicht das Geschlecht”, urteilt die Geschäftsführerin. Eine gesetzliche Frauenquote für die freie Wirtschaft, wie sie derzeit von den Bundesministerinnen Kristina Schröder und Ursula von der Leyen gefordert wird, lehnt Astrid Féron aber ab. Dennoch sei eine öffentliche Diskussion des Themas wünschenswert.

Generell seien Unternehmen auf einem „guten Weg”. „Frauen in der Wirtschaft werden nicht mehr klischeehaft abgetan”, sagt Astrid Féron. Sie hätten bewiesen, dass auch sie ihre Ziele erreichen, sich durchsetzen und hart sein können. Es gebe immer mehr Frauen, die sich eine Karriere in bislang männerdominierten Bereichen zutrauen und immer mehr Personalverantwortliche, die es den Frauen zutrauen.
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