Düren - Auf eine Runde Bowling ins Seniorenhaus

Auf eine Runde Bowling ins Seniorenhaus

Von: Stephan Johnen
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Die Generationen verbindet mehr als ein Spiel: Schüler der KGS an der Rur lernen derzeit im Seniorenhaus Marienkloster den Alltag eines nicht alltäglichen Lernorts kennen. Foto: Johnen

Düren. Wenn es um Bowling geht, spielt Maria Urredat vorne mit. Gut, die 85-jährige Bewohnerin des Seniorenhauses Marienkloster kannte bis vor kurzem die amerikanische Version des Kegelsports noch nicht, aber dank eines japanischen Elektronikkonzerns lässt sie nun auf der Videoleinwand die Kugel gekonnt über das Parkett flitzen.

Mit einem für ihre Altersklasse respektablen Ergebnis. Das müssen auch die deutlich jüngeren Kegelschwestern zugeben, die zuvor den Erzählungen lauschten, wie die Seniorin vor 75 Jahren ihre Freizeit gänzlich unelektronisch gestaltete. Als dann später das Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Brett herausgeholt wird, haben die Generationen einen weiteren gemeinsamen Nenner gefunden.

Generationen im Gespräch

Generationen kommen ins Gespräch - vielleicht ließe sich dieser Besuch der 19 Grundschüler der KGS an der Rur im Niederauer Marienkloster so überschreiben. Doch das Projekt der Schule hat bereits einen Namen: „Lebens(t)räume”. In mehreren Gruppen sind die Schüler von Mittwoch bis Freitag unterwegs, um Lebensträume und Lebensräume kennenzulernen. Sie schauen dem Obstbauer über die Schulter, bauen Schiffe - oder lernen ein Seniorenhaus kennen. Die Ergebnisse werden am Samstag von 14 bis 17 Uhr in der Grundschule Winden präsentiert. Besucher sind herzlich vollkommen.

Eine Einladung, die auch für das Seniorenhaus Marienkloster gilt. „Wir öffnen unsere Türen, suchen Kontakte”, sagt Andrea Ruppert. Über eine Mutter, die in der Einrichtung arbeitet, entstand der Kontakt zum Schulverbund, wurde eine weitere Tür geöffnet. „Wissensvermittlung ist nicht nur Sache von Lehrpersonen”, findet Schulleiter Manfred Franz. Und ein Besuch im Seniorenhaus kann durchaus lehrreich sein, finden Andrea Ruppert und Manfred Franz.

„Wir haben einen Rundgang durch das Haus gemacht und mit den alten Menschen gesprochen”, berichtet die zehnjährige Katharina. Für das Schulfest am Samstag haben die Kinder mit den Senioren auch einen Sitztanz einstudiert, ein Besuch von Streicherklasse und Chor ist bereits geplant. Wenn am heutigen Freitag der Besuch zwar endet, wird dies wohl nicht der Abbruch der Beziehungen werden. „Ich glaube, alle haben sich über den Besuch gefreut”, sagt Julia (9 Jahre). „Und auch für uns war es schön.” Pädagoge Manfred Franz drückt es anders aus: „Wer ganzheitlich fördern möchte, muss Kopf und Herz ansprechen.” Das dürfte auf beiden Seiten geschehen sein.
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