Boich - Auf der Suche nach kulturellen Schätzen in Drove, Boich und Thum

Auf der Suche nach kulturellen Schätzen in Drove, Boich und Thum

Von: Bruno Elberfeld
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Karl-Josef Nolden, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Boich-Drove-Thum (l.), und Hobbyarchäologe Thomas Kuck bestritten am Pfingstwochenende gemeinsam in der Boicher Bürgerhalle eine „Ortsgeschichtliche Ausstellung”. Foto: Bruno Elberfeld

Boich. Aus Geschichten, Sagen und Anekdoten - in den Geschichtsblättern des Heimat- und Geschichtsvereins Drove-Boich-Thum veröffentlicht - sind schon Bücher entstanden, die auf dem Markt ihre Leser finden.

Ein gutes Beispiel ist das Buch über die Juden von Drove. Karl-Josef Nolden, Vorsitzender des 1995 gegründeten Vereins, präsentierte über das Pfingstwochenende die Geschichtsblätter von 2002 bis 2009 in der Bürgerhalle Boich anlässlich der „Ortsgeschichtlichen Ausstellung”.

In den Blättern sind Texte aus alten Zeitungen abgedruckt, die von Überschwemmungen, Großbränden und anderen Katastrophen in den beschaulichen Orten berichten.

Hoch interessant ist beispielsweise die Geschichte über die Verweigerung des „Hühlbiers”: Ein angehender Bräutigam verweigerte offenbar seinen unverheirateten Altersgenossen den traditionellen Abschiedstrunk.

Doch auch kirchliche Nachrichten und Vereinsmitteilungen waren in einer Zeit ohne Radio und Fernsehen spannende Lektüre für Lesewillige.

Steinmetz und Hobbyarchäologe Thomas Kuck, 31 Jahre jung, verbrachte die ersten Jahre seiner Kindheit in Boich. Viele Leute erinnern sich noch an den Schüler, der seinen Blick auf die Erde gerichtet über die Felder rund um Boich schritt.

Leidenschaft

Schon mit zehn Jahren entdeckte Thomas seine Leidenschaft für alte Fundstücke, die ihm etwas über das Leben seiner Vorfahren erzählen konnten.

Im Laufe der Jahre ist da eine ganze Menge zusammengekommen. „Ich weiß nicht, wie viele Einzelstücke ich gefunden habe”, sagte er nachdenklich, „aber hier in der Ausstellung sind nur die Highlights zu sehen.”

Die Ausstellungstücke sind schon lange in das Eigentum des Landschaftsverbands Rheinland übergegangen. Kuck ist dort seit Jahren ehrenamtlicher Mitarbeiter der Außenstelle des Amtes für Bodendenkmalpflege in Wollersheim.

Der Besucher fand in der Boicher Bürgerhalle Fragmente von Feuersteinen, Keramiken, Glas, Bronze, Kupfer und Eisen. Sie datieren von der Altsteinzeit über die Jungsteinzeit, die Antike, Mittelalter bis in die Neuzeit.

Steinzeitliche Getreidereiben fielen beim Eintritt in den Ausstellungsraum sofort ins Auge. Daneben - neueren Datums - Imitate von Beilen und Keulen aus Eibenholz, Hirschgeweih und Vulkangestein, die der Sammler in seiner Freizeit bastelt und schon an Museen verkauft hat. Erstaunlich war für viele Besucher, dass so viele Kulturen seit Jahrtausenden auf unserem heimischen Boden gelebt haben.
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