Auf den guten Ton kommt es am Ende an

Von: Stephan Vallata
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Jetzt bloß nicht zittern: Mit ruhiger Hand verziert Alina Penninger in ihrer Werkstatt eines ihrer Tongefäße. Am Töpfermarkt in Langerwehe hat die Kunsthandwerkerin bereits mehrfach teilgenommen Fotos (2): S. Vallata Foto: Vallata

Höhr-Grenzhausen. Am Ende kommt es eben doch auf den guten Ton. Dabei sollte man aber unbedingt bedenken: Ton ist nicht gleich Ton. Derer gibt es nämlich so einige - mit recht unterschiedlichen Materialeigenschaften.

Verena Michalik zum Bespiel verwendet für ihre Arbeiten hauptsächlich Steinzeug, das bei 1240 Grad Celsius gebrannt wird, um die Oberfläche auch ohne Glasur wasserdicht zu machen. Der Ausgangspunkt ist freilich immer derselbe: ein Klumpen Ton, der in eine ansprechende Form gebracht werden will.

„Die Möglichkeiten sind unbegrenzt”, ist die 31-jährige Diplom-Keramikkünstlerin aus der als Keramikzentrum bekannten Westerwaldgemeinde Höhr-Grenzhausen im so genannten „Kannenbäckerland” fest überzeugt. Am kommenden Wochenende (28. und 29. November) wird sie zum ersten mal am Töpfermarkt in Langerwehe teilnehmen. Vor allem das Modellieren mit der Töpferscheibe zählt zu ihrer bevorzugten Arbeitsweise.

„Das Drehen macht mir unheimlich viel Spaß”, sagt die junge Kunsthandwerkerin. Dazu muss sie den Tonklumpen erst einmal zentrieren, dann mit den Fingern „aufbrechen” und schließlich die Wände vorsichtig „hochziehen” - je nachdem, welches Gefäß herauskommen soll. Neben dem Gestalten von Gebrauchsgeschirr, entwirft Verena Michalik auch Dekorationsobjekte. Inspirieren lässt sie sich etwa von der Tierwelt der afrikanischen Savanne.

Für den Ton als alltagstaugliches Material sprächen guten Gründe, findet Alina Penninger. Einer lautet: „Lebensmittel sind unheimlich gut haltbar in Keramik.” Die staatlich geprüfte Keramikgestalterin aus Berlin mit Wohnsitz in Höhr-Grenzhausen fasziniert das Töpfern auch nach fast 20-jähriger Berufserfahrung immer noch. Eigene Ideen umzusetzen und selbstständig zu arbeiten mit einem vielseitigen Material, das möchte die 43-jährige nicht mehr missen. „Es läuft nicht immer alles nach Plan”, gesteht sie gerne.

Aber Dinge einfach mal auszuprobieren, ohne zu wissen, ob sie wirklich funktionieren, gehöre nun mal dazu. Alina Penninger widmet sich in ihrer Werkstatt in erster Linie dem Entwerfen von Geschirr, das sie mit floralen Motiven wie Blättern oder Rosen kunstvoll verziert - eine ruhige Hand und ein gutes Augenmaß sind dabei ein unbedingtes Muss. Die unmittelbare Nähe zu vielen anderen Keramikern in Höhr-Grenzhausen empfindet sie übrigens nicht als belastend, sondern eher als befruchtend. Konkurrenz belebt schließlich das Geschäft.
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