Auf Burgau geht mehr als nur ein Stern auf

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
burgau_bu
Auch eine Hommage an Joseph Beuys gehört zu der Ausstellung, die Anna Renate Biermann-Ernst alias ARBE ab Sonntag auf Schloss Burgau bestreitet. Foto: Hahn

Niederau. Treppauf, treppab geht die Entdeckungsreise, zu der Anna Renate Biermann-Ernst ab Sonntag auf Schloss Burgau einlädt. Bis zum 4. Juli gibt die Künstlerin, die von 1974 bis 1996 am Dürener Wirteltor-Gymnasium unterrichtet hat und heute in Untermaubach lebt, dort mit rund 180 Gemälden, Zeichnungen und Grafiken unter dem Titel „Das Unbewusste und das Bewusste” Einblick in ihr Schaffen von 1953 bis heute.

Selbst hat ARBE, wie sich Anna Renate Biermann-Ernst kurz und knapp nennt, ihr Îuvre kritisch im Blick: „Das Wichtigste in meinem Werk sind die Sequenzen”, charakterisiert die gebürtige Bielefelderin ihr Tun und weist auf einige quadratische Gemälde (Öl auf Leinwand) im Hauptsaal von Burgau. Der Betrachter sieht Bilder von Sternen, die von Farbe umgeben werden und durch geschickt aufgebrachte Linien wie ins Räumliche erweitert scheinen, Bilder, zu denen ihre Schöpferin nach dem Tod ihrer Mutter gefunden hat. Dieses Stern-Thema hat ARBE dann erfindungsreich und planvoll (jedes Bild wird von der Mitte aus entwickelt) weiterentwickelt - bis sie sich irgendwann entschlossen gesagt hat: „Jetzt ist es aber gut.”

Themen, die die Malerin und Pädagogin entschlossen verfolgt hat, gibt es indes noch mehrere. Spiralen zum Beispiel: Die kombiniert Anna Renate Biermann-Ernst mit aufgefächerten Farben, wobei sie von einem Ton zum anderen immer mehr Weiß beigemischt hat. Im Übrigen bedeutet jedes Bild für sie Feinarbeit: Ein Haarpinsel der Stärke null muss es zumindest für die Sterne sein - sonst lassen sich die minutiösen Nuancen und Strukturen gar nicht auf die Leinwand bringen.

Freilich sind die Bilderwelten der Künstlerin damit nicht erschöpft. Idealtypische Frauenporträts, gleichfalls als Folgen gehängt, finden sich hier ebenso wie eine Platz greifende Hommage an Joseph Beuys, zu der ARBE unter anderem die alte Kinderbadewanne, ihren eigenen Filzhut und Seiten von Beuys´ Zeitung „Documente” von 1977 gruppiert hat. Diese Ausstellung auf Schloss Burgau zeugt von großem Reichtum - und ist auch angetan, das Publikum zu bereichern.

Zur Ausstellung gibt es einen Katalog

Eröffnet wird Anna Renate Biermann-Ernsts Ausstellung auf Schloss Burgau am Sonntag, 9. Mai, 16 Uhr. Danach ist die Schau noch bis zum 4. Juli zu sehen: sonntags von 11 bis 18, mittwochs und samstags von 14 bis 18 Uhr. Eine Finissage findet am 4. Juli, 11.30 Uhr, statt. Der Katalog kostet 20 Euro.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert