Auf Augenhöhe mit Tiger, Bär und Tigerente

Von: Beate Weiler-Pranter
Letzte Aktualisierung:
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Autogrammstunde: Janosch signierte für Gäste am Sonntag Erinnerungsstücke. Samstags hatte er dies bereits in der Sparkasse Düren getan.

Heimbach. Abenteuer meistern, Herausforderungen annehmen: Das sind die Themen, die Janosch mit schnellem Strich in leuchtenden Farben aufs Papier bringt. „Mit seinen lesbaren Bildern packt er ins volle Leben hinein“, umriss Akademieleiter Professor Dr. Frank Günter Zehnder, was interessierte Betrachter seit Sonntag in der Internationalen Kunstakademie Heimbach in Augenschein nehmen können.

 Dort wurde am Nachmittag die Ausstellung „Janosch – Bilder vom Leben“ eröffnet. Der Andrang war gleich am ersten Tag groß.

„Zuhause und in der weiten Welt spielen sich diese Erlebnisse ab“, führte der Akademieleiter weiter aus. Dort, wo man sich einfach zuhause fühle. Und mit einem liebevollen Blick in die Vergangenheit bewahre Janosch in seinen Zeichnungen Dinge, „die heute vielen nicht mehr bewusst sind“: vergilbte Fotos der Vorfahren in ovalen Bilderrahmen oder zum Trocknen aufgefädelte Pilze und Früchte, die allen Janosch-Lesern – oder Vorlesern – bestens vertraut sein dürften.

Kurz: Der Charme seiner Bilder präge die Balance zwischen Tradition und Innovation. „Man muss Herausforderungen annehmen, selbst wenn man denkt, es wird schlecht enden“, ermunterte auch Zehnder die Ausstellungsbesucher zum genauen Hinschauen und Miterleben.

„Es adelt uns, hier auf Burg Hengebach einen Künstler von Weltrang zu begrüßen“, stellte Landrat Wolfgang Spelthahn während seiner Eröffnungsrede fest. Janosch sei weltweit eine Galionsfigur. Seit Generationen schenke er Tausenden von Kindern und Jugendlichen mit seinen Werken Vertrauen und Zuversicht. Aus seinen parabelhaften Bildergeschichten lasse sich eines lernen: „Gib niemals auf!“

Mit stillem, hintergründigen Lächeln verfolgte der mittlerweile 82 Jahre alte Illustrator die Reden zur Eröffnung seiner Ausstellung auf Burg Hengebach. Schmunzelnd beobachtete er, wie zu seinen Füßen kleine Kinder mit der vertrauten Tigerente spielten, ließ Blitzlichtgewitter der Fotografen und Naheinstellungen der Fernseh-Kameras gelassen über sich ergehen. Zwischendurch hob er verschmitzt seinen Zeigefinger und korrigierte, dass seine Kinderbücher mittlerweile in 41 Sprachen übersetzt worden seien – nicht nur in 30.

Für Millionen Menschen sind Janoschs bunte Botschaften die erste Erfahrung im Leben, Bilder und deren Inhalte zu erleben, zu entdecken. Seine liebevoll gezeichneten Abenteuer der kleinen Helden prägen bis heute den Umgang mit Bildern und Büchern. Und so wurde von den Heimbacher Ausstellungsmachern besonders auf die kleinen Besucher Rücksicht genommen. „Ganz bewusst haben wir einen Teil der Bilder auf Augenhöhe der Kinder gehängt“, erläuterte Günter Zehnder, der als vierfacher Vater die „Huckepack“-Problematik in manchen Ausstellungen kennt.

Vielen vorlesenden Eltern und Großeltern wird das „Janosch“-Zimmer im Erdgeschoss der Akademie vertraut vorkommen: In diesem Raum wird exemplarisch gezeigt, wie vielfältig der Zeichner und Autor die Lebenswelt der „lieben Kleinen“ geprägt hat. Von der Tiger- und Bär-Bettwäsche, über Bücherregale, Lampen und Kleiderschränke.

Unter den rund 800 Besuchern, die am Eröffnungstag durch die Janosch-Ausstellung tigerten, waren auch Hanna (3) und Clara (6) aus Belgien. Mit staunenden Augen liefen sie durch die Räume und schauten ehrfürchtig auf die lange Schlange der Autogramm-Jäger, die sich eine Unterschrift des Künstlers sichern wollten. „Wir haben uns heute spontan entschieden, nach Heimbach zu fahren, nachdem wir von der Ausstellungseröffnung gelesen hatten“, erzählen Edgar und Gaby Kessler.

Der Besuch auf Burg Hengebach habe sich – nicht nur aus künstlerischer Sicht – gelohnt. Obwohl die offizielle Autogrammstunde schon vorbei war, bekamen die kleinen Janosch-Fans ihre heiß ersehnte Signatur. Das passende Plakat hielten sie aufgeregt in den Händen. Zufrieden verließ auch ein Besucher aus Jülich die Ausstellungsräume: Im Auftrag von Ehefrau und Tochter hatte er einen Druck gekauft und ihn signieren lassen. „Das wird sie freuen“, ist er überzeugt. Wie viele Janosch-Fans aller Generationen hatte er sich geduldig in die Warteschlange eingereiht. „Jetzt wartet meine Frau im Café auf mich.“ 

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