Düren - Auch Eismacher Constantin Candreo ist ein Wanderer

Auch Eismacher Constantin Candreo ist ein Wanderer

Von: Bruno Elberfeld
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Thomas Palus, Constantin Candreo, Eismacher aus den Dolomiten in der 4. Generation, Helmut Krebs, und Hubert Cremer (v.l.), eröffneten die Wanderausstellung „hin und weg“ in Düren. Foto: Bruno Elberfeld

Düren. „Zur Wanderungsgeschichte der Menschen – hin und weg in der Region Rhein-Erft-Rur“ – so heißt die Ausstellung im Kundenzentrum der Sparkasse Düren, die jetzt vom Leiter des Stadt- und Kreisarchivs, Helmut Krebs, dem stellvertretenden Bürgermeister Hubert Cremer und dem Vertreter des Sparkassenvorstands, Thomas Palus, eröffnet wurde.

Helmut Krebs führte in die Bilder- und Texte-Schau ein. „Integration und Migration“, gab er zu bedenken, „kann man nicht voneinander trennen.“ Beispiele dafür gebe es gerade in der Region Rhein-Erft-Rur zur Genüge, wenn man in den Geschichtsbüchern nachschlage.

„Da ist der schwarze Kerl“, erzählte Krebs auf launige Art und Weise, „der dem jüdischen Mädchen Latein beibringt, der griechische Arzt, der die Wunden der römischen Soldaten versorgt.“ Und alle diese Menschen sind irgendwann durch das Rheinland gezogen und haben Spuren hinterlassen, nicht nur durch Monumentalbauten, sondern auch durch die Verbreitung ihrer Gene.

„Das Rheinland ist ein Schmelztiegel, der in dem Strom vieler Völkerscharen große Persönlichkeiten hervorgebracht hat“, sagte Krebs nicht ohne Stolz.

Die Geschichte der Wanderungen im Rheinland ist in der Ausstellung in vier Gruppen unterteilt. Die erste Gruppe beginnt mit der Vorzeit und endet 1800 nach Christus. Die zweite Gruppe informiert über die Geschichte von 1800 bis 1914. Ihr folgen die Jahre von 1914 bis 1950. Die Ausstellung endet mit den Daten und Fakten von 1950 bis in die Gegenwart.

Breiten Raum nehmen Themen wie die Auswanderungswelle im 19. Jahrhundert, die Deportationen der jüdischen Mitbürger sowie Flucht und Vertreibung in der Nachkriegszeit als Folge des verlorenen Krieges ein. Vielen heutigen Zeitgenossen noch gut in Erinnerung ist die Rolle der Gastarbeiter in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts, die Ankunft der Spätaussiedler nach Auflösung der UdSSR und natürlich die Umsiedlungssituation im Rheinischen Braunkohlerevier.

„Gerne Deutscher“

Als lebendes Beispiel für gelungene Migration und Integration fungierte bei der Ausstellungseröffnung Constantin Candreo, Eismacher aus Birkesdorf, der in vierter Generation in Deutschland lebt. Die Vorfahren sind aus den Dolomiten nach Deutschland gezogen. „Ich bin gerne Deutscher!“, erklärte er spontan. In Italien, aber auch in Griechenland, wo seine Mutter herkommt, mache er gerne Urlaub.

Zusammengestellt wurde die Ausstellung von einer Arbeitsgemeinschaft der Archivarinnen und Archivare im Rhein-Erft-Kreis und des Stadt- und Kreisarchivs Düren. Die Inhalte der Ausstellung können aber auch in einem Buch nachgelesen werden. Man kann es in der Sparkasse Düren und im Archiv der Stadt für 15 Euro käuflich erwerben. Autoren dieser Publikation sind ebenfalls die Archivare.

Ausstellung und Buch haben die Aufgabe, an das historische Erbe in unserer Region zu erinnern und die Menschen, Junge wie Alte, neugierig zu machen unter der Fragestellung: Wo komme ich eigentlich her? Wo sind meine Wurzeln?

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