Auch ein Hängebauchschwein künstlerisch verarbeitet

Von: Bruno Elberfeld
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Helmut Rösseler, stellvertretender Bürgermeister, Laudatorin Dr. Iris Nestler und Franz Tiedtke, Kulturverein HöhenArt, (v.l.) eröffneten die Ausstellung mit Werken von Grieshaber im Junkerhaus. Foto: Elberfeld

Simonskall. „Wer schuf dich, Grieshaber?”, hatte sein Freund Heinrich Böll 1981 in einem Nachruf gefragt. Eine auch für Laien berechtigte Frage, denn an den Wänden und in den Vitrinen des Junkerhauses in Simonskall hängen und liegen beeindruckende Kunstwerke HAP Grieshabers, eines Künstlers, der in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts wohl die bedeutendsten Holzschnitte geschaffen hat.

Vielen zumindest vom Namen her bekannt ist der berühmte Holzschnittzyklus „Totentanz von Basel”, der als das Hauptwerk der modernen deutschen Graphik gilt.

Neben den 50 vom Stock gedruckten Holzschnitten kann der Gast Bücher und Zeitschriften bewundern, die der Allrounder Grieshaber im Laufe seines Lebens geschaffen hat. Das Schaffenswerk Grieshabers ist ungeheuer groß. Neben den Holzschnitten schuf er Zeichnungen, Malereien und Skulpturen, Holzreliefs, Mosaike, Wandmalereien und Glasfenster, die natürlich nicht alle im Junkerhaus Platz finden konnten. Grieshaber befasst sich meist mit der aktuellen Politik oder macht Abstecher in die jüngste, grauenhafte Geschichte Deutschlands.

Laudatorin Dr. Iris Nestler zeigte bei der Ausstellungseröffnung mit einem Gang durch die Biografie Grieshabers, die Bedeutung des Künstlers auf. So nahm er den Vietnamkrieg der Amerikaner aufs Korn, indem er sein vietnamesisches Hängebauchschwein, das mit vielen anderen Tieren unter dem Dach des Künstlers lebte, in einem Kunstwerk verewigte. „Niemand hat je gefragt”, so der damalige Kommentar Grieshabers, „ob es ein süd- oder nordvietnamesisches Schwein war.”

Dem Kunst- und Kulturverein „HöhenArt Hürtgenwald” ist es mit dieser Ausstellung wieder einmal gelungen, einen Glanzpunkt zu setzen. Franz Tiedtke, seit Jahren für die Ausstellungen verantwortlich, war in seiner Begrüßungsrede stolz auf dieses Highlight am Anfang des Ausstellungszyklus 2010 im Junkerhaus. Die Werke stammen aus einer Privatsammlung. Eröffnet wurde die Ausstellung vom stellvertretenden Bürgermeister der Gemeinde Hürtgenwald, Helmut Rösseler.

Die Exponate können bis zum 27. Juni 2010 betrachtet werden. Die Öffnungszeiten des Junkerhauses sind mittwochs und samstags von 15 bis 18 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 12 bis 18 Uhr.
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