Düren - „Attentat” auf das Jugendzentrum Multikulti

„Attentat” auf das Jugendzentrum Multikulti

Von: han
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Bretterverschläge sichern die Fenster, die von unbekannten Tätern eingeschlagen wurden. Multikulti-Leiterin Maria Horn, Pfarrerin Karin Heucher und junge Hausbesucher sind über den „Anschlag” entsetzt. Foto: Schmitz

Düren. Pfarrerin Karin Heucher von der Evangelischen Gemeinde zu Düren ist bestürzt, entsetzt und empört. Unbekannte haben zwölf Fenster im Jugendzentrum Multikulti eingeschlagen.

Mit brachialer Gewalt müssen die Täter nach Ansicht der Theologin vorgegangen sein, um die Doppelverglasung zu durchbrechen. Da nichts gestohlen wurde, glaubt sie an einer Akt reiner Zerstörungswut.

Unverständnis äußert auch die Leiterin der Kinder- und Jugendeinrichtung, Maria Horn. Sie und die Kirchenvertreterin können sich den „Angriff auf das Jugendheim” nur mit den Ereignissen um den 8. Mai erklären. Sie schließen einen rechtsradikalen Hintergrund nicht aus. Eine Demonstration einer äußerst rechts zugeordneten Organisation gab es in diesem Zeitraum in der Stadt, bereits vorher wurden ausländerfeindliche Parolen am Haus der Stadt und an der Unterführung aufgemalt. Kaum beseitigt, wurden erneut Hetztexte aufgesprüht. Indizien, aber keine Beweise, aus welcher Richtung die Hetzkampagne gestartet wurde, sagen Karin Heucher und Maria Horn.

Die Stunden vor der Zerstörung waren im Multikulti friedlich verlaufen. Rund 200 Jugendliche hatten dort am 8. Mai ein Konzert besucht. In der Nacht kamen dann die Täter. Die Spuren und die Auswirkungen sind noch immer zu sehen. Mittlerweile wurden die Fenster mit Holzverschlägen gesichert, bis das Spezialglas geliefert wird.

Der Betrieb geht weiter

Fassungslos über den „Anschlag” auf ihr Haus, das für viele aus dem Stadtteil und aus der Innenstadt schon längst ein „zweites Zuhause” geworden sei, sind auch die jungen Gäste. Alle hoffen, dass es durch die Vorkommnisse nicht zu negativen Auswirkungen beim Besuch kommt. Von den Menschen in der Stadt erwarten die beiden, dass sie die Jugendarbeit, die geleistet wird, anerkennen und zum „Haus” stehen. Das Multikulti ist dienstags bis freitags von 14 bis 20 Uhr geöffnet.
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