Arnold Bergs trifft den richtigen Ton trifft

Von: kin
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Arnolds Bergs
Arnolds Bergs ist seit über 60 Jahren mit Leib und Seele Trompeter. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Mit 15 Jahren hat Arnold Bergs seine erste Trompete bekommen, das Instrument hat er sich damals mühsam bei der Arbeit auf einem Rübenacker verdient. Heute ist der gelernte Modellschreiner, der zudem 34 Jahre Ortsvorsteher in Birgel war, 79 Jahre alt und spielt immer noch begeistert Trompete.

Zuletzt hat er am vergangenen Wochenende zum 46. Mal in Folge mit seiner „Comet Band“ bei der Karnevalssitzung der KG „Ahle Schlupp“ in Kreuzau gespielt, am kommenden Wochenende ist er dort wieder im Einsatz. „Mit der Festhalle“, sagt Bergs schmunzelnd, „verbindet mich eine lange Freundschaft. Ich habe auch bei der Eröffnung der Halle am 8. Juni 1957 gespielt.“ Damals war Bergs noch Mitglied der Dürener Orchestergemeinschaft, die sich kurz vorher gegründet hatte.

Zur Eröffnung der Festhalle standen unter anderem die „Sinfonie mit dem Paukenschlag von Joseph Haydn und die Ouvertüre zur Oper „Iphigenie in Aulis“ von Christoph Willibald Gluck auf dem Programm. Damals war Arnold Bergs auch schon in Sachen Karneval unterwegs, hat in verschiedenen Gruppen bei Schützenfesten gespielt, Tanzmusik gemacht und Umzüge musikalisch begleitet. „Ich habe früher fast meinen ganzen Urlaub in die Musik investiert“, sagt Bergs. „Heute mache ich deutlich weniger.“ „Deutlich weniger“ heißt bei dem rüstigen Senior aber immer noch regelmäßige Proben. Außer in der „Comet Band“ ist er noch bei der Feuerwehrkapelle Düren, der „Rurland“-Big Band und dem Tambourkorps Birgel aktiv. „Ein Leben ohne Musik kann ich mir nicht vorstellen“, sagt Bergs. „Das ist einfach eine sehr schöne Sache.“

Natürlich ist so eine Karnevalssitzung wie die der „Ahle Schlupp“ für Arnold Bergs und seine fünf Kollegen von der „Comet Band“ ganz schön anstrengend. Immerhin sitzen die fünf Herren fast fünf Stunden ununterbrochen auf der Bühne und müssen dauernd einsatzbereit sein. „Als Sitzungsband muss man immer konzentriert sein, schnell auf das, was auf der Bühne passiert, reagieren können.“ Als Trompeter gibt Arnold Bergs bei der Truppe den Ton an. „Das heißt, dass ich gucken und hören muss, was auf der Bühne passiert und meine Bandkollegen im Auge haben muss. Das geht nur, wenn ich die meisten Lieder auswendig kann und mich auf meine Mitspieler absolut verlassen kann. Das ist bei den ‚Comet‘-Kollegen der Fall. Wir verstehen uns einfach blind.“

Auch deswegen sind die „Echten Fründe“ von den „Höhnern“ Bergs absolutes Lieblingslied. Grundsätzlich, erzählt der Rentner weiter, habe sich das Feier-Verhalten der Menschen stark geändert. „Die Leute haben früher besser und anders gefeiert, ungezwungener.“ Bälle, wie sie früher zu Karneval und bei Schützenfesten an der Tagesordnung gewesen seien, würde es heute fast überhaupt nicht mehr geben. „Heute tanzen auch immer weniger Leute. Es bewegt sich doch kaum noch einer.“ Auf die Frage, welche seiner Auftritte ihm besonders im Gedächtnis geblieben sind, muss Arnold Bergs nicht lange überlegen.

„Ich habe als junger Mann einmal beim Rosenmontagszug in Köln und bei mehreren Sitzungen in der Domstadt gespielt. Da habe ich sehr viel gelernt.“ Unvergessen ist auch ein Auftritt bei der Maikundgebung in Düren vor mehr als 50 Jahren. „Ich war in dem Jahr Maikönig in Birgel. Und wir haben natürlich in der Mainacht tüchtig gefeiert. Trotzdem habe ich bei der Maikundgebung gespielt. Das ist unvergessen.“ Ans Aufhören denkt Arnold Bergs noch lange nicht. „Die Musik tut mir gut“, sagt er. „Das sagt sogar mein Arzt. Ich werde auf jeden Fall mit der Musik weitermachen, so lange ich es noch kann.“

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