Düren - Architektin hält Vortrag über einen produktiven Vertreter seiner Zunft

Architektin hält Vortrag über einen produktiven Vertreter seiner Zunft

Von: Christoph Hahn
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Theresia Huning-Kozel referierte über den Architekten des Hoesch-Museums. Foto: Christoph Hahn

Düren. Sie gehört seit Jahren zum Werkloge-Team des Leopold-Hoesch-Museums in Düren: Theresia Huning-Kozel ist studierte Architektin und hat darum auch immer die baugeschichtlichen Zusammenhänge ihrer Arbeitsstätte im Blick.

Wie sehr, das vermittelte sie am Sonntagmittag im Café des Museums mit einem Diavortrag über den Baumeister des Kunsttempels, den Aachener Georg Frentzen (1854-1923). Rund ein Dutzend Zuhörer folgte Ausführungen Huning-Kozels, die kaum ein Kapitel im Schaffen Frentzens unbeachtet ließ.

Der Architekt gehörte jedenfalls zu den produktiven Vertretern seiner Zunft: „Er hat sich insgesamt an 36 Wettbewerben beteiligt. Bei 27 davon errang er einen Preis – oder es gab eine Ankauf“, stellte die Referentin fest. Seine Karriere krönte Frentzen nicht nur 1905 mit den Plänen für das Hoesch-Museum (er war zudem in erster Linie mit einer Hoesch verheiratet), sondern überdies schon 1904 mit dem Wasserkraftwerk in Heimbach-Hasenfeld („Das einzige Gebäude, das er je durchgängig im Jugendstil geplant hat“) und, 1890-94, mit dem erfolgreich eingereichten Entwurf für eines der prominentesten Gebäude im Rheinland, den Kölner Hauptbahnhof.

Wiewohl sie Frentzens Schaffen in fast schon verschwenderischer Fülle und mit großem Reichtum an Facetten darzustellen wusste, bemühte sich die Vortragende dessen ungeachtet erfolgreich, die großen Linien in seinem Oeuvre herauszuarbeiten. Zur generellen Einordnung seiner Arbeiten, der realisierten wie der Skizze gebliebenen, trug die Kennerin ein ums andere Mal bei – zum Beispiel mit Feststellungen wie „Villen und öffentliche Bauten sind Themen, die in seinem Werk immer wieder behandelt werden.“ Deutlich bezog die Expertin zudem ein ums andere Mal Position und merkte zum Beispiel mit Blick auf Frentzens Teilnahme am Wettbewerb um den Bau des Frankfurter Hauptbahnhofs an: „Das zeugt von einem gesunden Selbstbewusstsein.“ Das dokumentierte der Aachener auch 1882 bei der Ausschreibung für den Reichstag in Berlin. Er landete sogar unter den 16 Besten der insgesamt 184 Teilnehmer. Den Erfolg aber trug, wie bekannt, der Kollege Paul Wallot aus Frankfurt am Main.

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