Archäologietage: Raststätte an der Römerstraße

Von: Kristina Wollseifen
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In der archäologischen Ausstellung gab es für die Besucher viel zu entdecken. Foto: Kristina Wollseifen

Nörvenich. Entweder Norboniacum oder Norbiniacum – so hieß zur Römerzeit der Ort, der heute unter Nörvenich bekannt ist. Mittlerweile ist bewiesen, dass es sich bei dem Nörvenicher Römerfeld um eine römische Siedlung handelt. Das hat den „Arbeitskreis Archäologie“ des Heimat- und Geschichtsvereins der Gemeinde Nörvenich veranlasst, interessierte Menschen über den Stand der Forschung zu informieren.

Viele Besucher haben sich während der „Archäologietage“ am Wochenende in der Grundschule die Vorträge angehört und die Ausstellungsstücke angeschaut: über 20 Münzen, auf denen Kaiser von Augustus bis Theodosius I. abgebildet sind, ebenso wie eine zerbrochene Handdrehmühle und ein Teil einer Jupiter-Säule. Kinder konnten römische Spiele wie ein vereinfachtes Mühle-Spiel ausprobieren.

„Dieses Jahr steht unter der Überschrift der Archäologie“, erklärte Heinz-Arthur Bergrath aus dem Vorstand des Heimat- und Geschichtsvereins. „Wir wollen etwas retten, damit es zur wissenschaftlichen Auswertung genutzt werden kann“, ergänzte Klaus Mühlbauer, Leiter des Archäologie-Arbeitskreises. „Nur über solche Funde kann man etwas über den geschichtlichen Ablauf sagen.“

Hohes Münzaufkommen

Über das römische Nörvenich gibt es schon eine Menge zu sagen: Die etwa zehn Hektar große Siedlung lag an der Kreuzung der bedeutenden römischen Handelsstraßen Heerweg und Rhein-Maas-Straße. Das lässt vermuten, dass Nörvenich damals zu den „mansiones“ zählte, was heutzutage mit einer Autobahnraststätte zu vergleichen wäre. Das hohe Münzaufkommen spricht für Handel und Gewerbe: Von den circa 330 Münzen, die gefunden wurden, waren viele keltischen Ursprungs und stammten aus der Zeit vom 1. Jahrhundert vor Christus bis zum 5. Jahrhundert nach Christus.

„Das ist sehr selten, dass eine Siedlung sich so früh gründete und über 400 Jahre lang bestand“, sagte Mühlbauer. „Wir wissen noch nicht genau, welche Häuser dort gestanden haben, aber es waren auf jeden Fall Streifenhäuser darunter“, erläuterte er. Neben diesen bis zu 40 Meter langen Gebäuden wurden auch zwei größere Gebäude entdeckt.

All das funktionierte nur mit der Hilfe des archäologischen Instituts der Universität zu Köln. Im Oktober des vergangen Jahres sind Mitarbeiter und Helfer mehr als eine Woche lang mit geoelektrischen Geräten über das Feld gezogen, um Grundmauerreste und Straßenverläufe auszumachen.

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