Archäologen legen Bau der Ostumgehung auf Eis

Von: Jörg Abels
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Die Bagger legen an der Binsfelder Straße nicht die künftige Trasse der Ostumgehung frei, sie sind Teil archäologischer Ausgrabungen. Foto: Abels
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Eine Pumpe befördert den Beton in das eingeschalte Brückenbauwerk. Im Innern verdichten Arbeiter den Baustoff. Foto: Abels

Düren. Arnd Meyer muss passen. Wann der Straßenbau der Ostumgehung beginnt, kann der zuständige Projektleiter des Landesbetriebs Straßenbau aktuell nicht absehen.

Eigentlich hätten im ersten Bauabschnitt der lang ersehnten Bundesstraße 56n zwischen Kölner Landstraße/B264 und der Firma Neapco (ehemalige Fordwerke) im Süden längst die Erdarbeiten beginnen sollen, doch die am Rande der Binsfelder Straße zu beobachteten Bagger wühlen sich nicht im Auftrag der Straßenbauer durch die Erde.

Fast zwei Jahre nach dem mit viel Politikprominetz vollzogenen offiziellen Spatenstich suchen Archäologen entlang der Neubaustrecke weiter nach den Überresten des alten Ortes Miesheim, der 1300 erstmals erwähnt wurde, Anfang des 17. Jahrhunderts aber wieder von der Landkarte verschwand. Wie lange das dauern wird? Arnd Meyer zuckt mit den Schultern.

Da die Archäologen auch noch das Gebiet zwischen Binsfelder und Kölner Landstraße unter die Lupe nehmen werden, kann das noch einige Wochen in Anspruch nehmen. „Die Ausschreibung für den ersten Bauabschnitt liegt fertig in der Schublade“, erklärt der Projektleiter der Ostumgehung. „Ich warte nur auf ein Signal der Archäologen, um sie rausgeben zu können.“

Was das für den Zeitplan der B56n bedeutet? Noch geht Meyer davon aus, dass die komplette Ostumgehung 2018 für den Verkehr freigegeben werden kann. Ob aber wie ursprünglich geplant das erste Teilstück zwischen Neapco und B264 bereits im Frühjahr befahrbar sein wird, ist mehr als fraglich. Meyer ging bislang von einer Bauzeit von anderthalb Jahren für den vier Kilometer langen Abschnitt mit der Brücke über die Bahnstrecke Düren-Euskirchen aus.

Die einzige aktuell laufende Maßnahme im Zuge der Ostumgehung ist der Bau der neuen Brücke über die Eisenbahnhauptstrecke Düren-Aachen im zweiten Bauabschnitt östlich der neuen Schoellerstraßenbrücke. Am Dienstag wurde dort das erste Segment des westlichen Widerlagers gegossen. Mit zwei großen Pumpen wurden rund 500 Kubikmeter Beton in die eingeschalte und mit fingerdicker Stahlarmierung versehene Konstruktion befördert und im Inneren von den Brückenbauern verdichtet.

Kein leichter Job. Insgesamt werden für den Bau der beiden Brückenwiderlager rund 4000 Kubikmeter eines Spezialbetons verbaut, erklärt Ernst Gombert, Brückenexperte beim Landesbetrieb Straßenbau. Sicherheit wird großgeschrieben: Ein Experte überwacht die Qualität des Betons, nimmt Proben, die auf ihre Belastbarkeit hin überprüft werden, erklärt Gombert. „Wir müssen schließlich wissen, wie standsicher die Brücke ist, welchen Belastungen sie standhält.“

Noch vor Weihnachten soll der zweite Teil des Brückenpfeilers gegossen werden, ehe der Bautrupp auf der gegenüberliegenden Seite der Bahnstrecke mit der Errichtung des zweiten Brückenpfeilers beginnt.

Bis Ende April müssen die Betonkonstruktionen fertig sein. Dann sollen die ersten der 47 Meter langen Stahlträger der neuen Brücke mit zwei Autokränen über die Gleise gehoben werden. Die Termine für die aufwändige Aktion sind mit der Bahn AG fest vereinbart.

Für den Einbau der Stahlelemente muss die Bahnstrecke komplett gesperrt werden. Daher können diese Arbeiten nur nachts erfolgen. Eine zweite Sperrpause hat der Landesbetrieb mit der Bahn für Mitte Juli vereinbart. Dann muss die Brücke stehen, erklärt Ernst Gombert: „Die einzelnen Elemente werden derzeit von einer Stahlbaufirma in Nordhausen im Harz gefertigt. Anschließend werden sie noch mit einer Betonschicht versehen, ehe sie mit Schwertransportern nach Düren gebracht werden.

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