Aachen/Düren - Arbeitslos, weil mehr Arbeit haben

Arbeitslos, weil mehr Arbeit haben

Von: ja/udo
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Arbeitslose
Die offizielle Arbeitslosenquote bleibt unverändert bei 7,6 Prozent. Dennoch wurden weniger Arbeitslose gezählt als im Vorjahreszeitraum. Foto: dpa

Aachen/Düren. Für knapp 100 Beschäftigte der Agentur für Arbeit in der Aachener Region ist es schon ein zynischer Marktmechanismus: Weil die Zahl der Arbeitslosen zurückgeht, laufen bis zum Jahresende ihre befristeten Arbeitsverhältnisse aus.

Die Arbeitsagentur Aachen mit ihren Geschäftsstellen in der Städteregion Aachen und im Kreis Heinsberg trennt sich von rund 80 der zurzeit 640 Mitarbeiter. Betroffen seien alle Bereiche, heißt es - ob Arbeitsvermittlung, Arbeitgeberservice oder Berufsberatung. Die Agentur in Düren, die für das Kreisgebiet zuständig ist und rund 145 Beschäftigte hat, verlängert 16 Verträge nicht mehr.

Grund sei die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, verbunden mit den sinkenden Arbeitslosenzahlen, sagt Harald Küst, Leiter der Dürener Agentur. War das Personal im vergangenen Jahr zumeist infolge der Wirtschaftskrise und der damit verbundenen Prognose steigender Arbeitslosenzahlen zusätzlich eingestellt worden, „ist der Bedarf für die Mitarbeiter nun nicht mehr da”, ergänzt die Aachener Agentursprecherin Nicole Cuvelier.

Wie in der freien Wirtschaft habe sich die Agentur auf eine Bedarfsspitze vorbereitet, die nun abgearbeitet sei. Dabei sei von vornherein klar gewesen, dass das zusätzliche Personal nur in Abhängigkeit vom Verlauf der Wirtschaftskrise beschäftigt werden könne, sagt Küst mit Blick auf eine Entwicklung, die bundesweit nahezu alle Agenturen betreffe. Und er ergänzt: „Wären die Zahlen gestiegen, hätte ich die Mitarbeiter weiterbeschäftigen können.”

Bundesweit haben rund 23.000 Angestellte der Agentur einen Zeitvertrag - womit die Behörde gegen ihre eigenen Prinzipien verstoße, wie ein Vorwurf aus der Belegschaft lautet. „Die Menschen sollen und wollen ihr Leben planen”, hatte etwa Agenturchef Frank-Jürgen Weise im März in einem Interview gesagt und ausgeführt: Wenn befristete Arbeit in unserem Land zum Standard werde, sei dies für die Entwicklung unserer Gesellschaft „verheerend”.

Nun müssen sich allein in der Aachener Region rund 100 Menschen - darunter auch Arbeitsvermittler - um neue Jobs kümmern. Die betroffenen Mitarbeiter, die in Teilen auch als Krankheits- und Elternzeit-Vertretung befristet angestellt worden waren, sollen schnell vermittelt werden, betonen Küst und Cuvelier. Und Letztere ist optimistisch: „Das sind gute Leute. Und gute Leute bekommen schnell wieder eine Arbeit.”
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