Düren - Arbeitskreis setzt sich mit Düren im Jahr 2028 auseinander

Arbeitskreis setzt sich mit Düren im Jahr 2028 auseinander

Von: Sarah Maria Berners
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Robert Halstein arbeitet in einem CDU-Arbeitskreis an einem Konzept für eine altengerechte Stadt.

Düren. „Die Bevölkerungsstruktur hat sich verändert, aber die Städte haben sich dieser Entwicklung nicht angepasst“, stellt Robert Halstein, Vorsitzender der Dürener Senioren Union, fest. Das aber müsse sich ändern – auch in Düren.

Um die Stadt fit für die Zukunft zu machen, hat die CDU den Arbeitskreis „Dialog der Generationen“ ins Leben gerufen, in dem Jung und Alt zusammenarbeiten, um Ideen für eine altengerechte Stadt zu entwickeln. „Luftschlösser“ wolle der Arbeitskreis keine bauen, sagt Halstein. Es gehe – analog zum Strategiepapier des CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Thomas Floßdorf – um ein Konzept für die Zukunft. Der Arbeitskreis will daran arbeiten, dass die Stadt Düren städtebaulich so verändert wird, dass auch die nicht mehr ganz so rüstigen Senioren gut zurechtkommen. Er will aber auch, dass die aktiven Senioren genügend Angebote finden und Möglichkeiten, aktiv zu bleiben.

Vorbild Arnsberg

Die „Generation 55+“ macht schon heute fast die Hälfte der Bevölkerung in der Kreisstadt aus. „Das Bild des wackligen alten Menschen trifft auf viele aber nicht zu“, weiß Halstein. Wer eine altengerechte Stadt plane, müsse beides im Blick halten. Über Betreuung und Pflege hinaus geht es um das „Aktivsein“ im Alter.

Was eine Stadt tun kann, hat sich der Arbeitskreis am Mittwoch in Arnsberg angeschaut. Die Stadt ist für ihre Antwort auf den demografischen Wandel bereits ausgezeichnet worden und in Halsteins Augen vorbildlich. „Wir wollen wissen, wo die Arnsberger angepackt haben und was es sie gekostet hat“, sagt Halstein. Unter anderem hätten die Arnsberger 28 000 Fragebögen ausgegeben, um zu erfahren, welche Sorgen die Menschen haben, was sie sich wünschen, was sie einbringen möchten. Eine Befragung steht auch für den Arbeitskreis auf dem Plan.

„Vielerorts wird etwas für die Alten gemacht, aber nicht mit ihnen“, bemängelt der Vorsitzende der Senioren Union. Manchmal werde am Bedarf der älteren Menschen vorbeigeplant: In einer anderen Stadt seien zum Beispiel Bänke für Senioren aufgestellt worden. So weit, so gut: „Die waren aber viel zu tief, so dass das Aufstehen beschwerlich war, und sie hatten keine Rückenlehne.“

Wenn Baumaßnahmen geplant werden, sollte man mit den älteren Menschen planen und lernen, deren Blickwinkel einzunehmen, fordert Halstein: „Und wenn die Jungen alt werden, haben sie selbst auch etwas davon.“ Das könnte zum Beispiel beim Einrichten von Parkplätzen in der Nähe von Geschäften eine Rolle spielen und bei der Planung von Wohnungen.

Was die Barrierefreiheit anbelange, stünde Düren im Vergleich aber schon ganz gut da, da beispielsweise Straßenübergänge für blinde Menschen gut passierbar und damit auch seniorengerecht seien.

Studien zufolge sollen Städte bewegungsfreundlich sein, um körperliche Aktivitäten möglichst lange zuzulassen. Öffentliche Toiletten sind demnach wichtig, damit die Menschen sich trauen, länger vor die Türe zu gehen. Auch das Sicherheitsempfinden hält Robert Halstein für einen wichtigen Faktor: „Wenn ein ungutes Gefühl da ist, bleiben gerade ältere Leute lieber zuhause.“ Da sieht er die CDU mit ihrer Idee, mehr Ordnungskräfte einzusetzen, auf einem guten Weg. Was die „jungen Alten“ anbelangt, ist es das Ziel des Generationendialogs, dass diese sich in ihrer Freizeit sinnvoll einbringen können. „Auch diejenigen, die heute 60 Jahre alt sind, haben noch viele Lebensjahre vor sich“, sagt Halstein. Und sie hätten Ansprüche an diese Jahre. Der offizielle Ausstieg aus dem Berufsleben müsse nicht Untätigkeit bedeuten.

Im „Dialog der Generationen“ will die CDU der „Gefahr, dass Jung und Alt sich auseinanderleben“ vorbeugen: Erfahrene Unternehmer könnten ihr Know-How an Gründer weitergeben, Schüler ihre Handy- und Computerkenntnisse an alte Leute. Derzeit ist der Arbeitskreis mit einer Bestandsaufnahme befasst. „Es gibt ein Dickicht von Aktivitäten“, sagt Halstein. Das Rad müsse nicht immer neu erfunden werden. Ziel müsse es sein, das Vorhandene zu bündeln, ein Netzwerk zu bilden. Außerdem geht es um die Initiierung von Aktionen und Projekten. So könnte der Holzbendenpark ein generationenübergreifender Familienpark werden.

Fachstelle „Zukunft Alter“

Eine Institutionalisierung im Amt müsste darüber hinaus erfolgen. „Wir brauchen eine Anlauf- und Koordinationsstelle“, betont Halstein und denkt dabei an Seniorenbeauftragte wie es sie etwa in Niederzier und Merzenich gibt. In Arnsberg nennt sich diese Fachstelle „Zukunft Alter“. Diese ist in eine kommunale Zukunftsagentur eingebunden, in der Raumplaner, Stadtentwickler, Pädagogen und Bürger interdisziplinär zusammenarbeiten und Handlungsstrategien entwerfen.

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