Anwalt wegen Untreue vor dem Schöffengericht

Von: hp
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Düren. Als „im Moment nicht gerade den besten Lebensabschnitt“ bezeichnet ein Rechtsanwalt seine derzeitige Situation. Bis vor rund einem Jahr war der 43-Jährige nach eigenem Bekunden als Anwalt in Düren tätig. Vor rund anderthalb Jahren, Anfang Mai 2013, stand der Jurist schon einmal in Düren vor Gericht.

Damals war er wegen Untreue in 33 Fällen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden. Zudem verhängte das Schöffengericht gegen ihn ein Berufsverbot von einem Jahr und sechs Monaten.

Inzwischen ist sein Büro in der Innenstadt geschlossen. Allerdings gab es beim Landgericht in Aachen ein Berufungsverfahren, bei dem die Kammer die Bewährungsstrafe auf ein Jahr und sechs Monate reduzierte und das Berufsverbot aufhob. Doch damit war die Sache für den Familienvater nicht erledigt, denn mittlerweile waren weitere 18 Fälle bekannt geworden, in denen der Rechtsanwalt Gelder, die er an seine Mandanten hätte weiterleiten sollen, anderweitig verwendet haben soll. Davon jedenfalls geht die Staatsanwaltschaft aus, die erneut Anklage erhoben hat.

Kleinlaut gibt der Jurist zu, dass die Vorwürfe im Grunde zutreffend seien, er das Geld aber nicht für sich gebraucht habe. Vielmehr seien auf ihn nach Übernahme der Kanzlei rund 200.000 Euro Verbindlichkeiten zugekommen. Darunter unter anderem Forderungen des Finanzamtes. Er habe von Anfang an versucht, die Verbindlichkeiten soweit dies ging zu bedienen. Sein Verteidiger brachte die Situation auf den Punkt: „Er hat ein finanzielles Loch mit dem anderen gestopft.“

Das Nachsehen hatten einige Mandanten. So berichtete ein 38-Jähriger, der infolge eines Unfalls ein Bein verloren hatte, dass er von den 32.500 Euro Schmerzensgeld der Versicherung bisher nur rund 2000 Euro erhalten habe. Ebenfalls betroffen ist ein Rentner-Ehepaar aus der Gemeinde Niederzier, das aus einer Erb-Auseinandersetzung „so um die 32.000 Euro erhalten sollte“ und bisher nach eigener Aussage davon noch nichts gesehen habe.

Die Vorsitzende Richterin Verena Neft hat vorsorglich einen Fortsetzungstermin auf Donnerstag, 11. Dezember, 13.30 Uhr, (Saal 1.25) terminiert. Dann will der Angeklagte, der mehrfach versicherte, er werde alles daran setzen, um die rund 100.000 Euro Schulden zurück zu zahlen, weitere Belege vorlegen. Zudem werden weitere Zeugen erwartet.

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