Antifa wirft Polizei Untätigkeit vor

Von: sj
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Düren. Die Antifa hat Dienstaufsichtsbeschwerde über das Verhalten der Polizei-Einsatzleitung bei einer Kundgebung am vergangenen Freitag eingereicht.

Der Vorwurf: Die Polizei habe während einer Demonstration an der Kölnstraße „Naziprovokation und Naziangriff” Vorschub geleistet. Ein Demonstrant sei von Neonazis schwer verletzt worden, weil die Polizei zu spät auf ein Eintreffen von Neonazis reagiert habe.

Die Antifaschisten demonstrierten vor einer leeren Gaststätte an der Kölnstraße gegen Rechts. Das zunächst dort anberaumte Treffen des NPD-Ortsverbandes kam nicht zustande, da die Gaststätteninhaberin keinen Vertrag mit der NPD abschloss. Das war auch der Antifa bekannt. Dennoch kam es zur Kundgebung, während der auch eine Gruppe von Neonazis eintraf. Die Antifaschisten monieren, dass die Polizei ihrer Aufgabe, „die angemeldete offizielle Kundgebung zu schützen”, nicht nachkam. Warnungen vor „Gewalttätern aus der NPD” seien auf taube Ohren gestoßen. Die Beamten hätten erst eingegriffen, als ein Demonstrant „auf brutalste Weise von den Neonazis zu Boden geschlagen wurde”.

Die Kreispolizeibehörde bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung, dass eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingegangen ist. Den Verlauf des Abends schildert die Polizei wie folgt: Die Kundgebung der „Antifa” sei wie vergleichbare Veranstaltungen begleitet worden, „da Störungen nicht ausgeschlossen werden konnten”.

Gegen 20.50 Uhr seien vier Personen des rechten Spektrums erschienen und hätten sich auf der anderen Straßenseite postiert. Es entwickelte sich laut Polizei ein Meinungsaustausch „durch gegenseitiges Skandieren von Liedern und Parolen”. Aufgrund ihres störenden Verhaltens sollte der Gruppe der Rechten ein Platzverweis ausgesprochen werden. Dabei kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen einem Demonstranten und dieser Gruppe, bei der der Demonstrant eine Platzwunde erlitt. Eine Eskalation sei durch Trennung beider Lager verhindert worden, anschließend wurden die Platzverweise ausgesprochen. Aufgrund der Handgreiflichkeit wurde Strafanzeige erstattet.
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