Anrufungsstelle für Bergschäden wird selten genutzt

Von: Gudrun Klinkhammer
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Rund 20 Zuhörer verfolgten die Vorträge, die von RWE Power-Fachleuten gehalten wurden. Foto: gkli

Düren. Wie wird sich der Tagebau zukünftig auf das Gebiet von Merzenich auswirken? Diese Frage versuchten am Mittwochabend im Rathaus in Merzenich zwei Fachleute von RWE Power zu beantworten. Die Ratsmitglieder und rund 20 Zuhörer verfolgten die Vorträge. Zunächst zeichnete Diplom-Ingenieur Michael Eyll-Vetter, Leiter der Bergbauplanung bei RWE Power, die Zukunft des Tagebaugebietes auf.

1,5 Milliarden Tonnen Braunkohle stehen noch zum Abbau bereit, die diesjährige Förderung betrug 43 Millionen Tonnen. Morschenich wird derzeit von den ersten Umsiedlern verlassen. Die Umsiedlung in diesem Ort betrifft rund 200 Haushalte, in denen 490 Menschen leben. Bereits jetzt würden Maßnahmen durchgeführt, um Tiere und Pflanzen zu schützen beziehungsweise ihnen eine Ausgleichsfläche zur Verfügung zu stellen. Ab circa 2045 könnte es einen „Restsee Hambach“ geben.

Michael Eyll-Vetter sprach von einem 3000 bis 4000 Hektar großen Gewässer, das an der tiefsten Stelle mehr als 200 Meter aufweisen könnte.

Was der Fachmann ebenfalls erwähnte war ein Papier mit dem Titel „Mehr Transparenz bei Bergbauschäden“, das vom Wirtschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) als Reaktion auf die teilweise heftigen Diskussionen verfasst wurde, die in den vergangenen Jahren entbrannten. Seither legt das Land im Abstand von einigen Monaten eine Berichterstattung vor, die Aspekte wie Tagebaurandbetroffenheit, Immissionsschutz, Dialogforen und Bergschäden beinhaltet. Markus Poths, der Leiter der Abteilung Bergschäden bei RWE Power, ging in seinem Vortrag auf die Bodenbewegungen und die Bergschadenssituation ein. Auf jeden Fall seien die Probleme nicht so drastisch, wie sie kürzlich in der Öffentlichkeit dargestellt worden seien.

Nicht jedes zweite Haus in Merzenich sei betroffen. Die Zahl der Häuser, die Schaden nehmen könnten, liege bei weniger als zehn Prozent. Grund für die Schäden seien die durch den Bergbau bedingte Absenkung des Grundwassers und die geologischen Gegebenheiten in der Kommune. Markus Poths gibt an: „Durch die Gegebenheiten können Senkungen entstehen, die sich bis an die Oberfläche durchpausen.“ Auf einer Karte hielt RWE Power beispielsweise die Bodensenkungen in der Zeit zwischen 1955 und 2013 fest.

Anrufungsstelle wenig genutzt

In bestimmten Bereichen, etwa in der Nähe von Bergheim, hat sich der Boden um bis zu einem Meter abgesenkt. In Morschenich sank der Boden zwischen 2001 und 2013 stellenweise 20 Zentimetern ab, am Rurrand elf, in Girbelsrath neun und in Golzheim 13 Zentimeter. Die Bergschadensvorsorge gehört zum Planungsvorhaben. Für Schadensmeldungen richtete RWE Power eine kostenlose Rufnummer ein.

In Merzenich, so Markus Poths, wurde die Anrufungsstelle bisher wenig genutzt. Stattdessen heißt es: „Alle Grundwasser-Leiter sind bereits erfasst, so dass auch künftig keine deutlich veränderte Bergschadenssituation zu erwarten ist.“ Die Telefon-Hotline für Schadensmeldungen ist erreichbar unter Telefon 0800/8822820.

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