Anne-Frank-Gesamtschule erhält modernes Biologielabor

Von: Bruno Elberfeld
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Erbin Bossu (links) und Ewelin
Erbin Bossu (links) und Eweline Enns zerstampfen im neuen Labor für ein Experiment Pflanzen zu einer grünen Paste. Foto: Elberfeld

Mariaweiler. Schon seit Jahren stehen in der ersten Etage der Anne-Frank-Gesamtschule im Biologielabor moderne Tische. Sie sind mit den entsprechenden Anschlüssen versehen, die darauf warteten, mit den richtigen Geräten verbunden zu werden, mit denen Lehrer und Schüler so arbeiten können, wie viele von ihnen es schon bei Tagespraktika im Forschungszentrum Jülich erlebt haben. Die Durststrecke ist vorbei.

Mit einer Spende von von RWE Power in Höhe von 30.000 Euro konnten die Messgeräte und das Zubehör angeschafft werden. „Jetzt können unsere Schüler endlich Forschung in der eigenen Schule erleben”, zeigte sich der Schulleiter Johannes-Wilhelm Stollenwerk bei der Einweihung des neu ausgestatteten Schullabors am Donnerstag hoch erfreut.

Dr. Karl Sobotta, Leiter des Schülerlabors des Forschungszentrums (FZ) Jülich, lobte das Engagement der Schulleitung und vieler Lehrer der AFG, die es geschafft hätten, unter oft schwierigen Umständen mit Energie und Eifer in der Kooperation mit dem FZ und dem Sponsor diese neue Forschungsstätte einzurichten.

Der stellvertretende Schulleiter der AFG, Dr. Ralf Meyer, und der Koordinator des Projekts, Studienrat Jürgen Kreus, hoffen, dass das Pilotprojekt seine Früchte auch nach außen trägt. Konkret heißt das: In Zukunft sollen auch Schüler anderer Schulen im Biologie-Labor der Mariaweiler Gesamtschule experimentieren können. Städtische Schulen, wusste Stollenwerk zu berichten, hätten ebenfalls ihr Interesse daran bekundet, in ihren Schulen ein entsprechendes Physik- oder Chemielabor einzurichten, wo Pennäler anderer Schulen ihrerseits forschen könnten.

Doch was kommt unter dem Strich bei den Schülern heraus? „Unsere Schüler gehen mit neuem Selbstvertrauen an die Biologie heran”, hatte Stollenwerk schon vor einiger Zeit erkannt, als er Schüler in einer wissenschaftlichen Einrichtung außer Haus experimentieren sah. Ein neuer Trend macht sich bemerkbar: Schulabgänger wollen verstärkt in einen technischen Ausbildungsberuf oder beginnen naturwissenschaftliche Studiengänge, darunter viele junge Frauen.

Naturwissenschaftler gesucht

Aber nicht nur die Schüler profitieren vom Unterricht mit hochmodernen Geräten, sondern auch die Betriebe. Bert Wallraf, Ausbildungsleiter beim RWE, wünscht sich mehr gut ausgebildete Schüler als Lehrlinge.

Alle waren sich mit Dietmar Nietan (SPD, MdB) einig, dass Schulen bei dieser Sache nicht allein gelassen werden dürften. „In Kooperation von Schulen, Wissenschaft und Betrieben können junge Menschen wieder mehr Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern entwickeln”, sagte der Abgeordnete. „Wir brauchen mehr außerschulische Lernorte mit Eventcharakter”, wagte Gesamtschulleiter Stollenwerk einen Blick in die Zukunft.

Dabei müsse aber auch gewährt sein, dass die Schule ähnlich ausgestattet ist, wie die Lernorte draußen. Draußen Biologie, Physik oder Chemie in hochtechnischen Labors, in der Schule Experimente mit der Tafelkreide: Diese Zeiten müssten langsam vorbei sein, forderte Stollenwerk.
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