Annaoktav: Eröffnung im Zeichen der Nächstenliebe

Von: Sandra Kinkel
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Pfarrer Hans-Otto von Danwitz, hier mit dem Annahaupt, predigte am Samstag zur Eröffnung der Annaoktav in der voll besetzten Kirche. Foto: Sandra Kinkel

Düren. „Jünger Jesu zu werden, heißt Menschen des Friedens, der Solidarität, der Gerechtigkeit zu werden“, mit diesen Worten eröffnete Pfarrer Hans-Otto von Danwitz am Samstag die Annaoktav in Düren. „Wer ist mein Nächster“ heißt das Thema der diesjährigen Wallfahrtswoche an der Rur, und viele Gläubige waren zum Eröffnungsgottesdienst gekommen.

Mit den einzelnen Strophen des bekannten Kirchenliedes „Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde“, so von Danwitz, solle an jedem Tag der Annaoktav das Denken, Sprechen und Tun des Einzelnen auf den Prüfstand gestellt werden. „Hoffentlich gelingt es uns, einen Geist der Solidarität anzustoßen, der in Düren und der Umgebung spürbar wird.“

Hans-Otto von Danwitz nannte das Thema der Annaoktav 2013 „höchst aktuell“. „Papst Franziskus trifft sich in diesem Tagen mit jungen Leiten beim Weltjugendtag in Rio de Janeiro. Dabei mahnt er Gerechtigkeit und Frieden an, ermutigt zu konkretem Handeln.“

In der ersten Strophe des von Hans-Otto von Danwitz angesprochenen Liedes wird gefragt „Wen hast Du geschätzt“. Von Danwitz: „Das ist doch ein schöner Impuls für den Beginn der Oktav. Wir dürfen uns bewusst machen, wie wir von Gott geschätzt werden, wie viel wert jeder einzelne Mensch ist.“ Wichtig sei dabei, so der Seelsorger von St. Lukas weiter, sich immer wieder zu fragen, wie man diese Wertschätzung anderen entgegen bringe. „Zunächst meinem Partner, den Kindern, Eltern, die mir alltäglich die Nächsten sind.“ Seinen „Schatz“, dem man versprochen habe, ihn zu lieben und zu ehren, als Nächsten zu schätzen, falle leicht, solange die Beziehung gut laufe.

Von Danwitz: „Aber die Wertschätzung steht vor einer Bewährungsprobe, wenn es eine Krise gibt, wenn im Streit die Nerven blank liegen.“ Und das, so der katholische Geistliche weiter, lasse sich auch auf andere Beziehungen übertragen, wo Wertschätzung gefragt sei. „Bei der Arbeit, in Gruppen, in Vereinen, beim Miteinander in der Kirche und in der Politik. Wie wertschätzend gehe ich mit anderen um, auch bei unterschiedlichen Ansichten? Lasse ich auch Menschen, die nicht durch messbare Leistungen glänzen können, spüren, dass sie unendlich viel wert sind?“, frage der Pfarrer die Christen in dem voll besetzten Gotteshaus.

Von der Heiligen Mutter Anna, so von Danwitz weiter, sei nicht viel bekannt. „Wahrscheinlich war sie aber auch zuerst erschrocken, als ihre Tochter unverheiratet schwanger wurde, wahrscheinlich hat sie Fragen gestellt und ihre Sorgen geäußert.“ Anna habe aber immer ihre Wertschätzung bewahrt und sich als Nächste ihrer Tochter Maria, ihres Enkels Jesus erwiesen. „Das ist Wertschätzung, die Stärke schenkt, das Leben so anzugehen, wie es auch Maria und Jesus praktiziert haben.“ Anderen Wertschätzung entgegenzubringen, stärke positive Kräfte und setze Energien frei, die für das Zusammenleben, für die Familien und die Stadt wichtig seien. „Ich wünsche mir, dass es in der Annaoktav gelingt, einander neu in den Blick zu nehmen, einander zu schätzen und Nächster zu sein.“

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