Düren - Annakirmes: Umsatzrückgänge der Schausteller sind gering

Annakirmes: Umsatzrückgänge der Schausteller sind gering

Von: Sarah Maria Berners
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Rummelrunde nach dem Feuerwerk
Rummelrunde nach dem Feuerwerk: Am Freitagabend zog es wieder Tausende auf dem Kirmesplatz.

Düren. Seit Mitternacht ist es auf dem Annakirmesplatz still, die Schausteller packen Fahrgeschäfte, Bierbuden und Spielangebote zusammen. Die Duftwolke aus Mandeln, Popcorn, Bier und Pommes verfliegt.

Jetzt ziehen die Schausteller los zum nächsten Rummel. „Und sie verlassen Düren wieder zufrieden”, sagt Bert Cremer, Vorsitzender des Verbands Reisender Schausteller Düren. Die allermeisten zumindest.

Das Gewitter am Sonntagnachmittag - samt Warnung des Deutschen Wetterdienstes - es hätte nicht sein müssen. Die Kirmes ist nun mal ein wetterabhängiges Geschäft. „Wir haben mit Regen angefangen und hören mit Regen auf”, resümiert Cremer. Das positive Fazit trüben die Schauer aber nicht allzu sehr: „Bei anderen Volksfesten hat es starke Einbrüche gegeben. Aber Düren ist eine kirmesfreudige Stadt, die die Veranstaltung lebt. Die Umsätze sind nur geringfügig zurückgegangen.” An die Millionenmarke hat die Besucherzahl nicht gekrazt, aber bis zu 800 000 Menschen, schätzt Cremer, werden schon da gewesen sein. „Am Donnerstag waren viele Vereine da und das Feuerwerk und der Familientag sind wieder auf sehr große Resonanz gestoßen.”

Für alle Veranstaltungen im Annazelt gilt dies nicht. Der Abend mit den Casting-Sternchen kann wohl als Misserfolg gewertet werden. „Darüber müssen wir im kommenden Jahr sprechen und der Betreiber ist gefragt, das Konzept zu überdenken”, sagt Platzmeister Achim Greiff. Und Cremer ergänzt: „Die Annakirmes war nie eine Zeltveranstaltung. Anders als in Süddeutschland suchen die Leute die Kirmesatmosphäre nicht im Zelt. Aber zum Beispiel für die erfolgreichen Seniorennachmittage und den rheinischen Abend ist es sehr wichtig.” Man werde sich überlegen müssen, was man an den schwächeren Abenden machen kann. Im Jubiläumsjahr zum Beispiel würden einige Sonderveranstaltungen im Zelt stattfinden.

„Eine Kirmes lebt von ihrer Tradition und muss sich zugleich immer fortentwickeln”, schildert Cremer die Herausforderungen der Schausteller. Besucher würden Fixpunkte, die sie seit Jahren kennen, brauchen und zeitgleich dazwischen Neues finden wollen. Eine Herausforderung für die Kirmesmacher sei es auch, dem immer älter werdenden Publikum - das nicht unbedingt auf wilde Fahrgeschäfte geht - gerecht zu werden. Auf der Annakirmes wie auch auf anderen Volksfesten würden daher Zielgruppen-Befragungen gemacht. „Wichtig ist, dass die Mischung erhalten bleibt”, sagt Cremer. Menschen jeden Alters müssten sich auf einer Kirmes wohlfühlen. Und wenn ein Kinderkarussell wegfalle, gelte es, dort wieder ein Karussell aufzustellen und nicht etwas ganz anderes.

„Unser Ziel muss es sein, die Annakirmes unter den Top-Veranstaltungen zu halten”, sagt Platzmeister Achim Greiff. Zu diesen zählen auch attraktive Fahrgeschäfte. „Für das Jubiläumsjahr sind wir bestrebt, Neuheiten auf den Platz zu bringen”, wagt Greiff, der selbst gerne den Fünfer-Looping wieder auf der Kirmes sähe, einen Blick in die Zukunft. „Aber das Umsetzen ist für die Betreiber sehr teuer.”

„Eine Verlängerung der Kirmes auf zehn Tage spielt für die Besetzung keine Rolle”, sagt Cremer. Gleichwohl würden zehn Tage Kirmes in Düren sicher funtkionieren. Aber bei diesem Thema gelte es abzuwägen, weil dann auch wieder die Sperrzeiten zur Diskussion stünden. „Man darf sich damit kein Eigentor schießen”, ergänzt Greiff. Wirkliche Ruhe kehrt für den Platzmeister mit dem heutigen Tag nicht ein, denn nach der Annakirmes ist vor der Annakirmes. Und die soll im kommenden Jahr etwas ganz Besonderes sein.
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