Annakirmes: Im Jubiläumsjahr geht‘s extrem hoch hinaus

Von: Jörg Abels
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Zum Jubiläum darf eine Großachterbahn nicht fehlen: Die familienfreundliche „Alpina-Bahn“ mit einer Schienenlänge von 1,2 Kilometern ist das größte Fahrgeschäft der Annakirmes 2013. Foto: Jörg Abels
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Eines von vielen Hochfahrgeschäften: der Kettenflieger „Rocket“.

Düren. An Steinmetz Leonhard dürften wohl die wenigsten Besucher der Annakirmes zwischen Bierchen, Backfisch und atemberaubenden Fahrgeschäften denken. Aber ohne den „Dieb“ aus Kornelimünster, der anno 1501 den Mainzern das Annahaupt entris und die Reliquie nach Düren brachte, würde es das größte Volksfest der Region heute wohl kaum in dieser Dimension geben.

Mit dem Annahaupt kamen die Pilger in die Stadt, mit den Pilgern die Handwerker. Es entwickelte sich ein reges Markttreiben, der Ursprung des heutigen Rummels. Unterlagen aus den Anfangsjahren freilich sind bei einem Angriff auf Düren verbrannt, so dass die erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahre 1638 datiert und damit nun offiziell das 375-jährige Bestehen vor der Tür steht. „Kein Fest hat Düren Geschichte und die Bürger der Stadt so geprägt wie die Annakirmes“, ist Bürgermeister Paul Larue überzeugt. „Wir können als mittelgroße Stadt stolz sein, ein so großes Volksfest zu haben.“

Festzug mit 80 Programmpunkten

Das Jubiläum soll natürlich gebührend gefeiert werden. Kirmesverwaltung und Steuerausschuss haben für den Kirmessommer ein umfangreiches Rahmenprogramm vorbereitet. Aber auch während des eigentlichen Rummels vom 27. Juli bis 4. August selbst wird etwas geboten: ein zweites Feuerwerk am Eröffnungssamstag, vor allem aber ein großer Festzug am ersten Sonntag mit fast 80 Programmpunkten. „Mitglieder des Dürener Historienvereins werden in aufwendig gestalteten und originalgetreuen Kostümen an die Anfänge und Ursprünge der Annakirmes erinnern“, kündigt Helmut Göddertz neben historischen Zugfahrzeugen und Motivwagen an.

Insbesondere dürfte aber interessieren, ob es Platzmeister Achim Greiff nach der Kritik an der Platzgestaltung im Vorjahr gelungen ist, wieder attraktive und außergewöhnliche Fahrgeschäfte nach Düren zu lotsen, die der Besucher bei einem Volksfest dieser Größenordnung erwarten darf. Obwohl die schon 2011 angestoßene und kontrovers geführte Diskussion um eine Verlängerung der Annakirmes auf zehn Tage aus rechtlichen Gründen zu den Akten gelegt werden musste, kann sich sich das Tableau der Attraktionen auf den ersten Blick sehen lassen.

Einige Neuheiten

Greiff hat einige Neuheiten und Superlative für Düren gewonnen, unter anderem das höchste transportable Fahrgeschäft der Welt mit Looping. Im Riesenpropeller „Gladiator“ erleben die Fahrgäste eine zweifache Rotation in einer schwindelerregenden Höhe von 62 Metern. Einen Adrenalinkick mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 in drei Sekunden verspricht auch die Großschaukel „Artisco“ mit einer Höhe von 46,5 Metern. Und hoch hinaus geht es weiter: Bei klarem Himmel dürfen sich die Kirmesbesucher in der sich gemütlich drehenden Aussichtskabine der Kirmesneuheit „City Sky Liner“ auf einen atemberaubenden Ausblick aus 70 Metern Höhe freuen oder im „Rocket“ eine Karrusselfahrt mit Überschlägen in 55 Metern Höhe erleben.

Bei so vielen „Höhepunkten“ darf das „Europa Rad“ nicht fehlen. „Das höchste reisende Riesenrad mit drehbaren Gondeln wurde optisch aufgepeppt und wird mit einigen Jubiläumsaktionen aufwarten“, kündigt Greiff an, zu bereits Details verraten zu wollen.

Dass es dem Platzmeister gelungen ist, zum 375-Jährigen auch wieder die zuletzt arg vermisste Großachterbahn nach Düren zu holen, darf ebenfalls nicht verschwiegen werden. Es gibt zwar kein Wiedersehen mit dem „Olympia Looping“, der statt Düren Herne-Crange anfährt, dafür aber kommt mit der familienfreundlicheren Alpina-Bahn die zweite noch durch Deutschland reisende Großachterbahn an die Rur.

Klassiker wie „Octopussy“ und Wellenflieger, Geisterbahn und „Wilde Maus“, Autoscooter und moderne Raupenbahn, Irrgarten und das superschnelle Karussell „Techno Power“ – eine weitere Neuheit – eingerechnet, darf sich der ältere Besucher auf 21 Großattraktionen freuen, der jüngere auf zehn Kinderfahrgeschäfte. Dürens Schaustellerchef Bert Cremer ist überzeugt, dass die Mischung stimmt und jeder auf seine Kosten kommen wird.

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