Annakirmes-Festzug: Von Tuchkrämern bis zu lebenden Geistern

Von: Jörg Abels
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Kirmeswirt Stefan Funken fuhr als Bierkutscher auf einem Gespann aus dem Jahr 1912. Foto: Jörg Abels
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Der Mann im Fass: Kirmes- und Volksfestakrobatik der Jahrhundertwende. Foto: Jörg Abels
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Mit Steinmetz Leonhard begann 1501 die Annaverehrung in Düren. Er brachte das Haupt nach Düren Foto: Jörg Abels

Düren. Von Steinmetz Leonhard, der 1501 das Annahaupt nach Düren brachte und damit den Grundstein für die Annaverehrung und den 1638 erstmals urkundlich erwähnten „Annen-Markt“ legte, bis zur Annakirmes der Gegenwart mit der WM im Kirschkern-Weitspucken und der Miss-Wahl: Mehr als 1200 Teilnehmer, darunter 31 Fußgruppen, spannten beim großen Jubiläumsfestzug in historischen Kostümen einen einzigartigen geschichtlichen Bogen durch 375 Jahre Annakirmes.

Tausende Zuschauer am Rand des Zugweges wurden von Mitgliedern der AG Dürener Historienfeste an die Anfänge des Marktes mit Elberfelder und Langenberger Tuchkrämern erinnert, sahen Gaukler der Jahrhundertwende wie den Mann im Bierfass und auch eine Vielzahl von historischen und modernen Zugmaschinen aus dem Fuhrpark der Schausteller.

Kirmeswirt Stefan Funken fuhr mit einer von vier Kaltblütern gezogenen Brauereikutsche aus dem Jahr 1912 durch die Straßen, Schausteller wie Jakob Schleifer, Thomas Koch und Ronny Schütz hatten ihre alten Trecker rausgeputzt, um zu demonstrieren wie früher Bier, Buden und später die Fahrgeschäfte zum Rummelplatz transportiert wurden. Auch lebende Geister wurden gesichtet.

Die im Vorfeld geführte Diskussion über Personen auf Festwagen geriet in Vergessenheit. Die Missen früherer Tage gingen kleine Stoffherzen und rote Rosen an die Zuschauer verteilend ebenso zu Fuß wie am Ende Dürens Schausteller mit dem Präsidenten ihres Bundesverbandes, Albert Ritter, der es sich nicht nehmen ließ, persönlich zum Jubiläum zu gratulieren. Und auch Bürgermeister Paul Larue, der die Personenbeförderung auf den Festwagen untersagt hatte, legte die Strecke per pedes zurück.

Kleiner Wermutstropfen: Kaum hatten die letzten Gruppen auf dem Weg zum Festplatz den Markt erreicht, ging ein Schauer nieder, so dass viele Zuschauer nicht mehr die Annakirmes ansteuerten, sondern den Heimweg antraten.

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