Annakirche: Neue Regeln sollen Anwohner schützen

Von: Stephan Johnen
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„Wir dürfen nicht alle Jugendliche über einen Kamm scheren”, sagt Martina Schütz-Berg. Foto: Johnen

Düren. Die Anwohner von Anna- und Ahrweilerplatz haben ihrem Ärger mit einer Unterschriftenliste Ausdruck verliehen. Ihre Kritik: Besonders in den Abendstunden wird der Platz rund um die Kirche zum Treffpunkt von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, es werde auf der Straße getrunken, Müll liegen gelassen, die Nachtruhe oft nicht respektiert.

Martina Schütz-Berg kennt die Lage vor Ort, schließlich hat die Leiterin des Papst-Johannes-Hauses das Geschehen von ihrem Büro aus im Blick. Auch die derzeitige Diskussion des Themas hat sie verfolgt. Nicht alles gefällt der Pädagogin.

„Wir dürfen nicht voreilig alle Kinder und Jugendlichen über einen Kamm scheren”, fordert sie. Ja, spielende Kinder bedeuten auch eine gewisse Lautstärke. Aber spielende Kinder sollten vor einer Jugendeinrichtung, die dort seit 26 Jahren arbeitet, nicht nur erlaubt, sondern der Normalfall sein. Dienstags bis freitags von 11.30 bis 21.30 Uhr kümmere sich das Team des Jugendtreffs auch um das Geschehen vor der Eingangstür. „Wir achten darauf, dass abgesprochene Regeln eingehalten werden.” So gibt es zwischen 12 und 14 Uhr eine Mittagspause, ein Betreuer befindet sich immer auf dem Platz zur Aufsicht.

Acht Gruppen von Jugendlichen haben den Platz zu ihrem Treffpunkt auserkoren. „Wir versuchen, mit allen ins Gespräch zu kommen”, sagt Schütz-Berg. Die Arbeit habe, nicht zuletzt dank der Unterstützung durch das Jugendmobil des Jugendamtes, Fortschritte gemacht. „Aber auf erwachsene, randalierende und alkoholisierte Mitmenschen haben wir leider wenig Einfluss.”

„Ich glaube, dass die Belastung der Anwohner sehr groß ist”, sagt Berthold Becker vom Jugendamt. Zumal am Ahrweilerplatz auch Außengastronomie und eine Diskothek für Publikumsverkehr in den späten Abendstunden sorgen. Das generelle Problem ist für ihn aber keineswegs neu. „Wir kennen es von vielen anderen Plätzen und Spielplätzen in der Stadt.” Immer, wenn mehr als drei Jugendliche zusammensitzen, werde dies schon kritisch beäugt. „Dann ist etwas Schlimmes im Gange”, übertreibt Becker bewusst. Man müsse sich jedoch vom Standpunkt verabschieden, dass alle Jugendliche auch eine Jugendeinrichtung besuchen. „Die jungen Leute suchen sich ihre Treffpunkte, erobern sich die Straße”, sagt Becker. Und das laufe meist auch unproblematisch. „Allerdings müssen wir auch klare Regeln haben und Grenzen ziehen”, sagt Becker. Mit einer konzertierten Aktion müssten Jugendamt, Papst-Johannes-Haus und Polizei die Nachtruhe schützen. Er will mit den Jugendlichen ein Reglement schaffen, dessen Regeln im Fall der Fälle durchgesetzt werden. „Nur kann man das niemals alleine über Ordnungspolitik machen”, ist er überzeugt.

Alltag in der Jugendarbeit

Eine Einschätzung, die Martina Schütz-Berg teilt. Um Einfluss auf das Geschehen zu haben, schwebt ihr eine Veranstaltungsreihe auf dem Platz vor. In den Sommermonaten könne das Papst-Johannes-Haus freitags zwischen 18 und 21 Uhr ein Programm anbieten. „Wir dürfen den Platz nicht den Chaoten überlassen”, lautet das Motto.

Die Pädagogen und Jugendarbeiter wollen Einfluss nehmen, Zugang zu den Cliquen finden. „Nur sehen wir hier jedes Jahr neue Gesichter, fangen jeden Sommer neu an”, bilanziert Berthold Becker. Eine Sisyphusarbeit? Nein, sagte Becker. Alltag in der Jugendarbeit.
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