Düren - Anna-Oktav: „Mitkriegen, was die Glocke geschlagen hat“

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Anna-Oktav: „Mitkriegen, was die Glocke geschlagen hat“

Von: kte
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Pfarrer Hans-Otto von Danwitz schreitet mit dem Annahauot durch die Kirche – ein sich jährlich wiederholendes Ritual in der Annakirche. Foto: Teichmann

Düren. Für viele Dürener Christen ist es der wohl wichtigste Termin im Kalender nach Weihnachten und Ostern. Die Anna-Oktav lockte auch am Samstag wieder zahlreiche Gläubige in die Anna-Kirche. Ganz zur Freude von Pfarrer Hans-Otto von Danwitz.

Er begrüßte die Kirchenbesucher, hob einige Personengruppen wie die weiteren anwesenden Pfarrer, den Kirchenchor, die Schausteller der Anna-Kirmes oder aber die Dürener Politiker bei seiner Begrüßung zur Eröffnung der Oktav hervor.

Einen kleinen Seitenhieb konnte sich von Danwitz dabei offensichtlich nicht verkneifen. Beim Anblick der zahlreich erschienenen Politiker kommentierte er süffisant: „Dann hat es mit der Annakirmes ja doch noch geklappt.“ Eine Anspielung auf das Hick-Hack im Vorfeld der Kirmes, das zum Ausschluss einiger jahrelang bekannter Schausteller führte.

„Gemeinsam neue Wege gehen“, lautet das diesjährige Motto der Anna-Woche. Nach der feierlichen Erhebung des Anna-Hauptes wies von Danwitz in seiner Predigt auf die seit einigen Monaten am Anna-Schrein stehende Glocke aus dem Jahre 1510 hin. Auf ihr sei die älteste bekannte Anna-Medaille zu sehen, die ein Erzpriester aus Norditalien von einer Wallfahrt nach Düren mitgenommen hatte. Doch die Glocke werde nicht etwa aufgehängt und geläutet. Sie diene als „Zeichen für die schon so lange währende Pilgertradition zur Heiligen Mutter Anna hier in Düren“. Und weiter: „Die Glocke kann uns wachrütteln, damit wir die Zeichen der Zeit erkennen und uns ihnen stellen.“

„Wir haben in der Pfarre St. Lukas einen Innovationsprozess angestoßen“, sagte Pfarrer von Danwitz. „Gemeinsam neue Wege gehen“ eben. In diesem Zusammenhang sei die Frage erlaubt, „ob nicht nach umfangreichem theologischen Forschen und Ringen auch endlich Taten angesagt sind, um das Verbindende im Glauben [...] noch deutlicher im gemeinsamen Handeln und in der gemeinsamen Liturgie [...] zu bekunden“.

Papst Franziskus mahne „in der Enzyklika Laudato si, die Erde als gemeinsames Haus zu gestalten, wo alle Geschöpfe heil leben“.

„Gemeinsam neue Wege gehen – als Pilger“, führt von Danwitz als letzten Punkt an. St. Anna sei „eine Pilger-Kirche“. „Hier sind wir aufgerufen zum Aufbruch, miteinander neue Wege zu gehen – als Pilger. Bitten wir Gott um offene Sinne und Herzen, dass wir mitkriegen, was die Glocke geschlagen hat – in unserem persönlichen Leben, im Leben der Kirche und der Welt. Und dann schenke er uns Mut, gemeinsam neue Wege zu gehen.“

Im Anschluss an die Messe wurde die Anna-Kirmes traditionell mit drei Böllerschüssen eröffnet. Das Papst-Johannes-Haus stand als Ort der Begegnung offen.

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