Düren - Anker-Teppiche baut zehn Prozent der Belegschaft ab

Anker-Teppiche baut zehn Prozent der Belegschaft ab

Von: Jörg Abels
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Anker-Geschäftsführer Gerd Hoffe bestätigte am Freitag den Abbau von 29 Arbeitsplätzen im Werk Düren. Foto: Abels

Düren. Der traditionsreiche Dürener Teppichbodenhersteller Anker Gebr. Schoeller GmbH + Co. KG trennt sich zum Monatsende von 29 Mitarbeitern. Das entspricht in etwa einem Zehntel der Belegschaft.

 Gerd Hoffe, seit 1. Juli alleiniger Geschäftsführer des 1854 gegründeten Familienunternehmens, bestätigte am Freitag auf Nachfrage entsprechende DZ-Informationen und sprach von einem „schmerzhaften, aber notwendigen Schritt.“ Mit etwa der Hälfte der betroffenen Mitarbeiter habe man Vorruhestandsregelungen treffen beziehungsweise Aufhebungsverträge schließen können, ein gutes Dutzend werde entlassen.

Hintergrund der Umstrukturierung ist das unerwartete Wegbrechen des mit Abstand größten Kunden im Bereich Luftfahrt, dem zweiten großen Standbein des Teppichbodenherstellers neben der Ausstattung von Großimmobilien. „Darauf mussten wir reagieren“, betont Hoffe, der die Hoffnung jedoch noch nicht verloren hat, die namhafte Fluggesellschaft aus dem Nahen Osten wieder als Kunden zurückgewinnen zu können. „Wir sind überzeugt, dass unsere Produkte besser sind als die jetzt von der Konkurrenz gelieferten.“

Grundsätzlich sieht Gerd Hoffe die Entwicklung im Luftfahrtgeschäft für Anker weiter positiv. Erst im Juni bei der Jahrespressekonferenz hatte der Geschäftsführer von einem fünfprozentigen Wachstum in diesem Bereich im Jahr 2016 berichtet und einen revolutionär neuen Teppichboden speziell für Passagierflugzeuge vorgestellt.

Dieser sei 50 bis 70 Prozent leichter als die bisher in Passagierflugzeugen eingebauten Teppiche und soll in der zweiten Jahreshälfte 2018 auf den Markt kommen. In einer Branche, in der Gewicht und damit Treibstoffkosten den Wettbewerb diktieren, setzt Anker große Hoffnungen in die Produktinnovation.

Im Jahr 2016 musste das in sechster Generation geführte Familienunternehmen erstmals nach drei Wachstumsjahren wieder einen Umsatzrückgang hinnehmen, von 54,6 auf 51,8 Millionen Euro. Hoffe berichtete seinerzeit von einem schwierigen Marktumfeld und noch höheren Einbußen bei Mitbewerbern.

Wie sich der Verlust des Airline-Großkunden auf das Jahresergebnis 2017 auswirkt, ist noch unklar. Klar ist aber: „Wir werden unsere Ziele nicht erreichen“, betont Hoffe. Die Situation sei aber bei weitem nicht mit der im Jahr 2009 zu vergleichen, als Anker im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise und eines 25-prozentigen Auftragseinbruches gut 80 der damals noch 380 Arbeitsplätze abbauen musste. „Wir müssen jetzt schnell reagieren, sind aber für die Zukunft sehr zuversichtlich“, erklärte Hoffe.

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